AEP: Nikotinbezogene Erkrankung häufiger bei jüngeren Patienten

Die Aku­te Eosi­no­phi­le Pneu­mo­nie (AEP) ist laut einer kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten Stu­die mit einer guten Pro­gno­se asso­zi­iert, sofern sie erkannt und sofort behan­delt wird.

Im Ver­gleich zur medi­ka­men­ten­as­so­zi­ier­ten und idio­pa­thi­schen AEP sei die mit einem Niko­tin­kon­sum in Zusam­men­hang ste­hen­de AEP bei Vor­stel­lung des Pati­en­ten weni­ger wahr­schein­lich mit einer peri­phe­ren Eosi­no­phi­lie asso­zi­iert, schrei­ben die Auto­ren in der Zeit­schrift „Chest“. Aller­dings zeich­ne sie sich durch schwe­re­re Krank­heits­ma­ni­fes­ta­tio­nen aus.

Die AEP sei eine eher sel­te­ne Erkran­kung und las­se sich oft­mals von einem Aku­ten Atem­not­syn­drom (acu­te respi­ra­to­ry dis­tress syn­dro­me [ARDS]) oder einer ambu­lant erwor­be­nen Pneu­mo­nie kaum unter­schei­den, berich­ten Erst­au­tor Dr. Jay H. Ryu von der Abtei­lung für Pneu­mo­lo­gie und Inten­siv­me­di­zin an der Mayo Cli­nic und Kol­le­gen.

In ihrer Ver­öf­fent­li­chung in der Zeit­schrift „Chest“ beto­nen die Wis­sen­schaft­ler, dass die AEP zwar idio­pa­thisch sein kön­ne, dass es mit Medi­ka­men­ten und der Inha­la­ti­on von Sub­stan­zen bzw. Ziga­ret­ten­rauch aber auch iden­ti­fi­zier­ba­re Ursa­chen gebe.

Com­pu­ter­ge­stützt sich­te­ten die Medi­zi­ner retro­spek­tiv die Kran­ken­ak­ten aller Pati­en­ten, bei denen zwi­schen 1998 und 2016 an der Mayo Cli­nic eine AEP-Dia­gno­se gestellt wor­den war. Die Arbeits­grup­pe ent­nahm den Auf­zeich­nun­gen demo­gra­fi­sche und kli­ni­sche Daten über Expo­si­tio­nen (am Arbeits­platz, umwelt­be­dingt, in der Frei­zeit, Medi­ka­men­te und Niko­tin) sowie über Labor- und Rönt­gen­be­fun­de, The­ra­pi­en, Kran­ken­haus­auf­ent­hal­te (ein­schließ­lich Auf­ent­hal­te auf der Inten­siv­sta­ti­on) und den nach­fol­gen­den kli­ni­schen Ver­lauf der Erkran­kung.
Von den 36 iden­ti­fi­zier­ten AEP-Fäl­len stan­den 11 mit Niko­tin­kon­sum in Zusam­men­hang und 6 mit Medi­ka­men­ten. 19 Fäl­le wur­den als idio­pa­thisch ein­ge­stuft.

Von den mit Niko­tin­kon­sum in Ver­bin­dung ste­hen­den AEP-Fäl­len betra­fen 6 neue Rau­cher und 5 ehe­ma­li­ge Rau­cher, die mit dem Rau­chen nach einer Absti­nenz­pha­se wie­der ange­fan­gen hat­ten. Die Pati­en­ten mit einer niko­tin­be­zo­ge­nen AEP waren den Beob­ach­tun­gen der Studien­autoren zufol­ge jün­ger als die AEP-Pati­en­ten, deren Fäl­le mit Medi­ka­men­ten in Zusam­men­hang stan­den oder die idio­pa­thisch waren (medi­a­nes Alter 22 vs. 47,5 vs. 55 Jah­re; p=0,004).

Pati­en­ten mit einer niko­tin­be­zo­ge­nen AEP zeig­ten bei Erst­prä­sen­ta­ti­on mit gerin­ge­rer Wahr­schein­lich­keit eine peri­phe­re Eosi­no­phi­le (36 % vs. 50 % vs. 58 %; p=0,52), wur­den aber wahr­schein­li­cher sta­tio­när auf­ge­nom­men (100 % vs. 50 % vs. 63 %; p=0,039). 

Ori­gi­nal­pu­bli­ka­ti­on: De Gia­co­mi F et al. Chest 2017;152(2):379–385. 

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