Ärzte, Patienten und Kliniken vernetzen

Noch vor weni­gen Jah­ren konn­ten sich nur weni­ge so rich­tig vor­stel­len, dass die Tele­me­di­zin und die digi­tal-ver­netz­te Gesund­heits­ver­sor­gung erfolg­reich sein könn­te. Doch die Digi­ta­li­sie­rung macht auch vor der Medi­zin nicht Halt.

In weni­gen Jah­ren sol­len Pati­en­ten, Ärz­te oder Kli­ni­ken pro­blem­los auf digi­ta­lem Weg mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren kön­nen. Wie die­se Kom­mu­ni­ka­ti­on und wie die Wege dahin genau aus­se­hen kön­nen, war The­ma der Health-Net­work-Kon­fe­renz in Ros­tock am 10. Novem­ber in Ros­tock.

Dabei geht die Che­fin der MV-Lan­des­ver­tre­tung der Kran­ken­kas­se TK, Manon Aus­tenat-Wied, davon aus, dass Ver­si­cher­te erheb­lich davon pro­fi­tie­ren wer­den. «Sie kom­men schnel­ler in den Genuss einer Behand­lung.» Sie zeig­te sich sicher, dass die Kran­ken­kas­sen ihren Pati­en­ten «einen guten Pfad durch den Dschun­gel des deut­schen Gesund­heits­we­sen» auf­zei­gen kön­nen.

Vernetzung nutzt Patienten

Aus­tenat-Wied sieht gera­de bei chro­ni­schen Erkran­kun­gen eine wesent­li­che Erleich­te­rung für die Betrof­fe­nen. Die tele­me­di­zi­ni­sche Ver­net­zung wer­de dazu bei­tra­gen, dass die Pati­en­ten ohne lan­ge Wege an die not­wen­di­gen Fach­ärz­te her­an­kom­men. Dies sei für ein bevöl­ke­rungs­ar­mes Flä­chen­land wie Meck­len­burg-Vor­pom­mern von beson­de­rer Bedeu­tung. «Dabei kön­nen die Pati­en­ten selbst per App mit Ärz­ten in Kon­takt tre­ten.» Gleich­zei­tig wür­den auch die behan­deln­den Ärz­te ver­netzt.

Vor­rei­ter des Pro­zes­ses sei­en die Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken des Lan­des. Dabei kön­nen die nie­der­ge­las­se­nen Ärz­te per App die Befun­de mit den Kli­ni­ken bera­ten und Abspra­chen tref­fen. So sind in Greifs­wald rund 100 Haus­ärz­te, 20 Der­ma­to­lo­gen, 10 Not­fall­am­bu­lan­zen und die Haut­kli­nik am Pro­jekt «Tele­der­ma­to­lo­gie» betei­ligt. In Ros­tock sorgt das Pro­jekt «Herz­Ef­fekt MV» für eine ver­netz­te Herz­me­di­zin für Auf­se­hen. Es ist nach Anga­ben des ärzt­li­ches Vor­stand der Uni­me­di­zin, Chris­ti­an Schmidt, als Blau­pau­se für die länd­li­che Ver­sor­gung im gesam­ten deut­schen Raum geeig­net. Schmidt wur­de maß­geb­lich wegen die­ses Pro­jekts jüngst zum deut­schen Kli­nik­ma­na­ger des Jah­res aus­ge­zeich­net.

(dpa)

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