Ärztemangel: „Junge Dermatologen spüren die Verantwortung“

Nicht nur Haus­ärz­te wer­den zukünf­tig hän­de­rin­gend ins­be­son­de­re auf dem Land gesucht. Auch in der Der­ma­to­lo­gie herr­schen Nach­wuchs­sor­gen – vor allem weil die Zahl der Haut­er­kran­kun­gen wei­ter stei­gen wird. Ob die­se Ent­wick­lung bereits in der Poli­tik ange­kom­men ist, woll­ten jun­ge Haut­ärz­te von berufs­po­li­tisch enga­gier­ten Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen wis­sen und baten zum You­tube-Inter­view.

Der­ma­to­lo­gi­sche Ver­sor­gungs­for­scher war­nen vor der „demo­gra­fi­schen Wucht“. Sie wird jun­ge Haut­ärz­te unaus­weich­lich tref­fen. Denn die Bun­des­bür­ger wer­den immer älter, gleich­zei­tig nimmt die Zahl alters­be­ding­ter Haut­er­kran­kun­gen in den nächs­ten 10 bis 15 Jah­ren um rund 30 Pro­zent zu, wie aktu­el­le Stu­di­en vor­aus­sa­gen. „Jun­ge Haut­ärz­te spü­ren die­se Ver­ant­wor­tung bereits“, sagt Prof. Doro­thee Nas­han, Direk­to­rin der Haut­kli­nik Dort­mund. Gleich­zei­tig warnt sie im Inter­view mit der AG „JuDerm – Jun­ge Der­ma­to­lo­gen“ davor, dass die­se Ent­wick­lung im Bewusst­sein der Ent­schei­dungs­trä­ger im Gesund­heits­we­sen bei wei­tem nicht prä­sent genug ist.

JuDerm“ (www​.juderm​.de) wur­de vom Berufs­ver­band der Deut­schen Der­ma­to­lo­gen (BVDD) ins Leben geru­fen, um jun­ge Haut­ärz­te für die ambu­lan­te Ver­sor­gung zu begeis­tern. Neben ver­schie­de­nen Semi­na­ren, die den Ein­stieg in den Pra­xis­all­tag erleich­tern, ver­an­stal­ten die AG-Mit­glie­der regel­mä­ßig Inter­viewrei­hen auf der­ma­to­lo­gi­schen Fort­bil­dungs­kon­gres­sen wie der 49. Tagung der Deut­schen Der­ma­to­lo­gi­schen Gesell­schaft (DDG). Dabei wur­den Haut­ärz­te aus Kli­nik und Pra­xis nach Her­aus­for­de­run­gen und mög­li­chen Stra­te­gi­en beim The­ma „demo­gra­fi­sche Wucht“ befragt. „Die Band­brei­te der Ant­wor­ten zeigt ganz unter­schied­li­che Wahr­neh­mun­gen“, wie JuDerm-Lei­te­rin Dr. Thy­ra Caro­li­ne Band­holz erläu­tert.

Die Inter­view­part­ner spre­chen unter ande­rem von einer zu hohen Zahl an Baga­tell­fäl­len, von zu viel Büro­kra­tie und davon, dass vor allem den Nie­der­las­sun­gen auf dem Land der Nach­wuchs fehlt und somit immer weni­ger Der­ma­to­lo­gen für immer mehr Pati­en­ten zustän­dig sein wer­den. Als eine mög­li­che Lösung des Pro­blems schil­dert bei­spiels­wei­se BVDD-Vor­stands­mit­glied Dr. Andre­as Tim­mel sei­ne Visi­on mobi­ler Basis­pra­xen, die in Mas­se nur noch Dia­gno­sen erstel­len, um die­se an die Fach­zen­tren zu über­wei­sen.

Baga­tell­fäl­le soll­ten dem­nach viel stär­ker über die Haus­ärz­te abge­wi­ckelt wer­den, um den Fach­ärz­ten die Kapa­zi­tä­ten zurück­zu­ge­ben, fach­lich anspruchs­vol­le Fäl­le mit dem nöti­gen Auf­wand und in ange­mes­se­ner Zeit­span­ne ver­sor­gen zu kön­nen. Die Ein­zel­in­ter­views kön­nen auf dem You­Tube-Chan­nel von JuDerm abge­ru­fen wer­den: https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​D​S​J​3​9​0​J​A​qt8

Quelle
Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)
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