Aktionsbündnis Patientensicherheit engagiert sich für Berichts- und Lernsysteme im ambulanten Bereich

Seit 2005 enga­giert sich das Akti­ons­bünd­nis Pati­en­ten­si­cher­heit (APS) bei der Imple­men­tie­rung und der Wei­ter­ent­wick­lung von Berichts- und Lern­sys­te­men (CIRS). Da es inzwi­schen eine Rei­he ein­rich­tungs­über­grei­fen­der Berichts- und Lern­sys­te­me in Deutsch­land gibt, zieht sich das APS aus der Trä­ger­schaft des Kran­ken­haus-CIRS-Net­zes Deutsch­land zurück, um aus unab­hän­gi­ger Posi­ti­on die Ver­net­zung und Koope­ra­ti­on der ver­schie­de­nen Sys­te­me för­dern zu kön­nen. Seit die­sem Jahr nimmt das APS nun auch CIRS im ambu­lan­ten Sek­tor in den Fokus.

Ein­rich­tungs­über­grei­fen­de Berichts- und Lern­sys­te­me sind öffent­lich zugäng­lich. Mit­ar­bei­ter in gesund­heit­li­chen Ein­rich­tun­gen kön­nen hier – anonym, ver­trau­lich und ohne das Risi­ko von Sank­tio­nen – Feh­ler, Risi­ken, kri­ti­sche Ereig­nis­se und Bei­na­he-Schä­den rund um ihre Arbeit ein­ge­ben. Aus die­sen Berich­ten wer­den dann Risi­ken für die Pati­en­ten­si­cher­heit iden­ti­fi­ziert und Ver­bes­se­rungs- und Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men abge­lei­tet. „Die­se Berichts- und Lern­sys­te­me ermög­li­chen das gemein­sa­me Ler­nen aus Feh­lern und tra­gen so maß­geb­lich zu einer guten Sicher­heits­kul­tur bei“, führt Hed­wig François-Kett­ner, Vor­sit­zen­de des APS, aus.

Das APS hat zusam­men mit dem Ärzt­li­chen Zen­trum für Qua­li­tät in der Medi­zin (ÄZQ), der Deut­schen Kran­ken­haus­ge­sell­schaft (DKG) und dem Deut­scher Pfle­gerat (DPR) das KH-CIRS-Netz-D (www​.kh​-cirs​.de) ent­wi­ckelt, das 2010 an den Start ging. „Ange­sichts der erfreu­li­chen Ent­wick­lung ist dies ein guter Zeit­punkt, um sich aus der Rol­le des Mit­be­trei­bers des Kran­ken­haus-CIRS-Net­zes zurück­zu­zie­hen“, so Hed­wig François-Kett­ner. Dies folgt der seit Grün­dung des APS gel­ten­den Devi­se, dass das APS nicht not­wen­di­ger­wei­se die Auf­ga­ben über­neh­men muss, die ande­re bereits gut über­neh­men. „Wir sehen uns als Impuls­ge­ber für stra­te­gi­sche Aus­rich­tun­gen und ent­wi­ckeln Anre­gun­gen zum Aus­bau von Pati­en­ten­si­cher­heit. Aus die­sem Grund möch­ten wir das Instru­ment CIRS auch in die­sem Bereich wei­ter­ent­wi­ckeln und sehen hier vor allem Poten­tia­le in der För­de­rung von Aus­tausch und Ver­net­zung zwi­schen den ein­rich­tungs­über­grei­fen­den Sys­te­men. „Damit wol­len wir die wei­te­re Ver­bes­se­rung einer pati­en­ten­ori­en­tier­ten Sicher­heits­kul­tur in Deutsch­land unter­stüt­zen“, betont die Vor­sit­zen­de des APS.

Das APS setzt damit in der Ver­bes­se­rung der Pati­en­ten­si­cher­heit im ambu­lan­ten Bereich neue Akzen­te. „Auch in Pra­xen, Medi­zi­ni­schen Ver­sor­gungs­zen­tren (MVZ), Apo­the­ken und Tages­kli­ni­ken kommt es jeden Tag zu Feh­lern“, weiß Hed­wig François-Kett­ner. Wie beim CIRS im Kran­ken­haus­sek­tor könn­ten Ärz­te, Medi­zi­ni­sche Fach­an­ge­stell­te, Apo­the­ker und Pfle­ge­kräf­te auch hier aus den Feh­lern ande­rer ler­nen und so die Pati­en­ten­si­cher­heit ver­bes­sern. „Nach den guten Erfah­run­gen mit CIRS im Kran­ken­haus sind wir opti­mis­tisch, hier eben­falls Ver­bes­se­run­gen erzie­len zu kön­nen“, sagt François-Kett­ner.

Die neue Arbeits­grup­pe „CIR­Sam­bu­lant“ ist Teil des Pro­jek­tes CIRS­for­te, das vom Inno­va­ti­ons­fonds des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Gesund­heit finan­ziert wird und in dem das APS als Part­ner ein­ge­bun­den ist. Hier wer­den Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für die Nut­zung von Berichts- und Lern­sys­te­men im ambu­lan­ten Bereich erar­bei­tet.

Ab April 2018 erfolgt die Pra­xis­pha­se des Pro­jek­tes CIRS­for­te, in der die Emp­feh­lun­gen in rund 400 ambu­lan­ten Pra­xen umge­setzt und bewer­tet wer­den. Zu die­sem Zweck wer­den noch inter­es­sier­te Pra­xis­net­ze oder ande­re Pra­xis­zu­sam­men­schlüs­se gesucht: Bewer­bungs­mög­lich­kei­ten unter http://​www​.aps​-ev​.de/

Die ers­ten Pro­jekt­er­geb­nis­se und der wei­te­re Ablauf sol­len auf dem CIRS­for­te-Sym­po­si­um am 24 Janu­ar 2018 in Ber­lin vor­ge­stellt wer­den.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Pro­jekt und zum Sym­po­si­um unter: www​.cirs​-ambu​lant​.de

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