Demenz: Angehörige brauchen bessere Beratung

Ange­hö­ri­ge von Men­schen mit Demenz brau­chen früh­zei­ti­ge und pas­sen­de Bera­tung zum Krank­heits­bild, zu Ent­las­tungs­mög­lich­kei­ten und zu recht­li­chen und finan­zi­el­len Fra­gen. Bera­tungs­stel­len sind auf die­sen Bedarf noch nicht aus­rei­chend ein­ge­stellt. Außer­dem soll­ten Ärz­te stär­ker auf Bera­tungs- und Ent­las­tungs­an­ge­bo­te hin­wei­sen. Dies ist das Ergeb­nis der Fach­ta­gung „Bera­tung bei Demenz“, die Ende Novem­ber 2017 in der Lan­des­ver­tre­tung Nie­der­sach­sen in Ber­lin statt­ge­fun­den hat.

Eine Demenz­er­kran­kung ist für die Ange­hö­ri­gen der Betrof­fe­nen sehr belas­tend”, betont die Deut­sche Alz­hei­mer Gesell­schaft. Qua­li­fi­zier­te Bera­tung und Ent­las­tungs­an­ge­bo­te könn­ten hel­fen, wür­den aber oft zu spät in Anspruch genom­men. Dies zeig­te Elmar Gräßl von der Uni­ver­si­täts­kli­nik Erlan­gen anhand ver­schie­de­ner For­schun­gen aus den letz­ten Jah­ren. „Wenn es uns gelin­gen wür­de, Ärz­te zu ver­pflich­ten, bereits zu Beginn der Dia­gno­se­stel­lung Ange­hö­ri­ge über Bera­tungs- und Ent­las­tungs­mög­lich­kei­ten zu infor­mie­ren, dann wür­den Ange­hö­ri­ge früh­zei­ti­ger Hil­fe in Anspruch neh­men“, so Gräßl.

In Deutsch­land gibt es eine gro­ße Viel­falt an Bera­tungs­an­ge­bo­ten, unter ande­rem mobi­le Bera­tun­gen, Schu­lun­gen, tele­fo­ni­sche Bera­tung und Haus­be­su­che. In die­sem Bereich arbei­ten oft sehr enga­gier­te Bera­te­rin­nen und Bera­ter. Eini­ge von ihnen mel­de­ten sich auf der Tagung zu Wort. Dabei wur­de aber auch deut­lich: Nicht alle Bera­tungs­stel­len sind auf das The­ma Demenz vor­be­rei­tet und kön­nen Men­schen mit Demenz und ihren Ange­hö­ri­gen tat­säch­lich wei­ter hel­fen. 

Hel­ga Schnei­der-Schel­te von der Deut­sche Alz­hei­mer Gesell­schaft for­dert daher: „Ange­hö­ri­ge müs­sen recht­zei­tig über Bera­tungs­mög­lich­kei­ten infor­miert sein, das heißt, bereits bei der Dia­gno­se­stel­lung. Und es muss eine bes­se­re Qua­li­fi­zie­rung zum The­ma Demenz geben – bei allen, die Betrof­fe­ne und Ange­hö­ri­ge bera­ten.“ 

Heu­te leben nach Anga­ben der Gesell­schaft in Deutsch­land etwa 1,6 Mil­lio­nen Men­schen mit Demenz­er­kran­kun­gen. Unge­fähr 60% davon lei­den an einer Demenz vom Typ Alz­hei­mer. Die Zahl der Demenz­kran­ken wird bis 2050 auf 3 Mil­lio­nen stei­gen, sofern kein Durch­bruch in der The­ra­pie gelingt.

Quelle
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
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