Asklepios Lebensretterpreis 2017 verliehen

Die Kli­nik­grup­pe Askle­pi­os und das „Ham­bur­ger Abend­blatt“ beloh­nen muti­ges Han­deln von Lai­en und zeich­nen drei Lebens­ret­ter aus. Herz­druck­mas­sa­ge ret­tet jedes Jahr 5.000 Men­schen­le­ben in Deutsch­land.

Die Askle­pi­os Kli­ni­ken und das „Ham­bur­ger Abend­blatt“ haben ges­tern Abend drei Lebens­ret­ter für ihren vor­bild­li­chen Ein­satz aus­ge­zeich­net. Die drei Preis­trä­ger ste­hen bei­spiel­haft für medi­zi­ni­sche Lai­en, die im rich­ti­gen Moment die rich­ti­ge Ent­schei­dung getrof­fen haben und mit einer Herz­druck­mas­sa­ge ein Men­schen­le­ben geret­tet haben. Der Askle­pi­os Lebens­ret­ter­preis wird seit 2015 jähr­lich ver­ge­ben – in die­sem Jahr zum zwei­ten Mal in Koope­ra­ti­on mit dem „Ham­bur­ger Abend­blatt“. Die Leser der Zei­tung hat­ten nach einem Auf­ruf zunächst eine Viel­zahl von Kan­di­da­ten gemel­det und dann nach einer Vor­auswahl durch eine Jury über die fünf bes­ten Vor­schlä­ge abge­stimmt. Die drei Sie­ge­rin­nen wur­den heu­te wäh­rend eines Fest­ak­tes mit rund 100 Gäs­ten durch den Vor­sit­zen­den der Kon­zern­ge­schäfts­füh­rung der Askle­pi­os Kli­ni­ken Dr. med. Tho­mas Wolf­ram, die Chef­re­dak­ti­on des Abend­blat­tes und eine Ver­tre­te­rin der Ham­bur­ger Gesund­heits­be­hör­de prä­miert. Sie dür­fen sich jeweils einen Her­zens­wunsch im Wert von 1.000 Euro erfül­len. Hier ein Link zum Bericht im Ham­bur­ger Abend­blatt.

Zum Hin­ter­grund: In Deutsch­land gibt es nach Anga­ben des Deut­schen Reani­ma­ti­ons­re­gis­ters pro Jahr etwa 5.000 erfolg­rei­che Wie­der­be­le­bun­gen außer­halb von Kli­ni­ken. Einen gro­ßen Anteil dar­an haben Lai­en, die noch vor Ein­tref­fen des Not­arz­tes eine Herz­druck­mas­sa­ge durch­füh­ren. Bei ins­ge­samt 75.000 zu reani­mie­ren­den Fäl­len in Deutsch­land ist die Zahl der Geret­te­ten aus Sicht der Medi­zi­ner aber noch viel zu nied­rig. Sie lie­ße sich durch häu­fi­ge­res beherz­tes Ein­grei­fen deut­lich erhö­hen, auf 10.000 oder sogar 15.000. „Noch immer wis­sen vie­le nicht, was im Not­fall zu tun ist, oder sie scheu­en sich, Gelern­tes anzu­wen­den“, sagt Prof. Ste­fan Opper­mann vom Askle­pi­os Insti­tut für Not­fall­me­di­zin (IfN) in Ham­burg. Der plötz­li­che Herz­tod zählt zu den drei häu­figs­ten Todes­ur­sa­chen in Deutsch­land, 150.000 Men­schen ster­ben jedes Jahr dar­an. „Schon nach drei Minu­ten ohne Wie­der­be­le­bungs­maß­nah­men – und damit ohne eine Sauer­stoff­ver­sor­gung – kann es zu blei­ben­den Schä­den im Gehirn kom­men. Ohne eine Herz­druck­mas­sa­ge sinkt die Über­le­bens­wahr­schein­lich­keit um zehn Pro­zent pro Minu­te“, erläu­tert Prof. Opper­mann. „Man soll­te also nicht zögern, son­dern sofort han­deln. Und ganz wich­tig: Jeder kann sein Wis­sen, etwa aus Ers­te-Hil­fe-Kur­sen von der Füh­rer­schein­prü­fung, wie­der auf­fri­schen. Da genü­gen schon 30 Minu­ten Trai­ning, und das geht sogar bequem zuhau­se, etwa mit dem auf­blas­ba­ren Übungs­mo­dell ‚Mini­An­ne‘ samt Lehr­film auf DVD, das es als Set im Han­del gibt“, so Prof. Opper­mann.

Jeder kann Leben ret­ten
Es kann immer und über­all pas­sie­ren: Ein Mensch liegt leb­los auf dem Boden, atmet nicht mehr, kein Puls zu füh­len. Medi­zi­ner spre­chen dann von einem Herz-Kreis­lauf-Still­stand. Hier gilt es, kei­ne Zeit zu ver­lie­ren und sofort zu han­deln, und zwar mit einer Herz­druck­mas­sa­ge, am bes­ten im Rhyth­mus des Songs „Stay­in‘ Ali­ve“ der Bee Gees – und dann solan­ge durch­füh­ren, bis der Ret­tungs­dienst oder der Not­arzt kommt. Was kaum bekannt ist: 70 Pro­zent aller Betrof­fe­nen wer­den in häus­li­cher Umge­bung wie­der­be­lebt, und nahe­zu 40 Pro­zent der Pati­en­ten sind jün­ger als 65 Jah­re. Fast immer sind es daher zunächst medi­zi­ni­sche Lai­en, die ers­te Hil­fe leis­ten. Und es sind immer mehr, die sich zutrau­en, eine Herz­druck­mas­sa­ge durch­zu­füh­ren. 31 Pro­zent waren es laut Reani­ma­ti­ons­re­gis­ter in 2014. Zum Ver­gleich: In den Jah­ren davor lag die Quo­te im Mit­tel noch bei 20 Pro­zent. „Das ist zwar ein deut­li­cher Fort­schritt, aber bei Wei­tem nicht genug“, sagt Prof. Opper­mann vom Askle­pi­os Insti­tut für Not­fall­me­di­zin. Er ver­weist auf Stu­di­en und Sta­tis­ti­ken aus unse­ren Nach­bar­län­dern, in denen die Bür­ger dank frü­her und häu­fi­ger Wie­der­be­le­bungs­schu­lun­gen und wie­der­hol­tem Trai­ning viel häu­fi­ger Men­schen­le­ben ret­ten. Die Spit­zen­plät­ze in Euro­pa neh­men die Nie­der­lan­de und Schwe­den mit Quo­ten von 70 und 60 Pro­zent ein. Auch die Dänen, Nor­we­ger und Tsche­chen sind deut­lich eher als Deut­sche bereit, eine lebens­ret­ten­de Herz­druck­mas­sa­ge durch­zu­füh­ren. „Umso wich­ti­ger ist es, hier­zu­lan­de für Auf­merk­sam­keit beim The­ma Leben ret­ten durch Herz­druck­mas­sa­ge zu sor­gen“, betont Prof. Her­born, Medi­zi­ni­scher Direk­tor bei Askle­pi­os. „Der Askle­pi­os Lebens­ret­ter­preis soll genau dazu die­nen.“ Die Askle­pi­os Kli­nik­grup­pe, die bun­des­weit rund 150 Ein­rich­tun­gen betreibt und mit ihren 45.000 Mit­ar­bei­tern pro Jahr mehr als zwei Mil­lio­nen Pati­en­ten ver­sorgt, wird künf­tig auch an ande­ren Stand­or­ten einen Lebens­ret­ter-Preis aus­lo­ben, um vor­bild­li­ches Han­deln zu beloh­nen.

Via
Hamburger AbendblattAsklepios auf FacebookAsklepios auf YoutubeAsklepios - Institut für Notfallmedizin
Quelle
Asklepios Kliniken Hamburg GmbH
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