Aus dem 3D-Drucker: ​Auf dem Weg zu künstlichem Gewebe- und Organersatz

Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung (BMBF) för­dert ein Pro­jekt zum 3D-Bio­prin­ting an der Ernst-Abbe-Hoch­schu­le Jena mit 1,1 Mil­lio­nen Euro.

Damit wer­den die Kom­pe­ten­zen der Arbeits­grup­pe um Prof. Karl-Heinz Fel­ler, Fach­be­reich Medi­zin­tech­nik und Bio­tech­no­lo­gie der EAH Jena, auf dem Gebiet der 3D-Druck­tech­no­lo­gie bzw. addi­ti­ven Fer­ti­gungs­ver­fah­ren (in Koope­ra­ti­on mit der AG von Prof. Jens Bliedt­ner, Fach­be­reich Sci­Tec der EAH Jena) und der Ent­wick­lung von 3D-Zell­struk­tu­ren für den Ein­satz in Lab-on-a-Chip-Sys­te­men gewür­digt. Durch die Ver­knüp­fung die­ser Kom­pe­ten­zen wird die Arbeits­grup­pe wich­ti­ge Bei­trä­ge in der For­schung zur Her­stel­lung von künst­li­chen Gewe­ben und Orga­nen leis­ten.

Beim Bio­prin­ting wer­den wei­che, gel­ar­ti­ge Mate­ria­li­en, die mit Zel­len ver­mengt sind, in drei­di­men­sio­na­le, com­pu­ter­ge­ne­rier­te Struk­tu­ren über­führt. Die Beson­der­heit liegt in der Ver­ar­bei­tung von meh­re­ren Mate­ria­li­en, die jeweils mit Zel­len unter­schied­li­cher Her­kunft und somit auch unter­schied­li­chen Funk­tio­nen ver­se­hen sind.

Dies ermög­licht sehr kom­ple­xe bio­lo­gi­sche Struk­tu­ren, mit denen mög­li­cher­wei­se lang­fris­tig Gewe­be­funk­tio­nen nach­ge­stellt wer­den kön­nen. Ein wich­ti­ger For­schungs­schwer­punkt inner­halb des Pro­jek­tes liegt dabei in der Ein­bin­dung von Ver­sor­gungs­ge­fä­ßen (Vasku­la­ri­sie­rung) inner­halb die­ser kom­ple­xen 3D-Gerüs­te, um lang­fris­tig eine gleich­för­mi­ge Nähr­stoff­ver­sor­gung der Zel­len zu errei­chen. Hier bestehen momen­tan welt­weit noch die größ­ten Pro­ble­me, um die kom­ple­xen zell­be­la­de­nen 3D-Gerüs­te län­ge­re Zeit am Leben zu erhal­ten.

Die For­schungs­ak­ti­vi­tä­ten wer­den in das kürz­lich gegrün­de­te Thü­rin­ger Zen­trum für Addi­ti­ve Tech­no­lo­gi­en ein­ge­bun­den und stär­ken somit die Thü­rin­ger Kom­pe­ten­zen auf dem Gebiet addi­ti­ven Tech­no­lo­gi­en im bio­lo­gi­schen Bereich. Die Fel­lers Arbeits­grup­pe koope­riert bei die­sen Arbei­ten mit Part­nern in den Nie­der­lan­den, Frank­reich, Isra­el und der Tür­kei.

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