Aus dem Labor auf den Markt: Helmholtz fördert Inhalat-Forschung

Die Erkennt­nis­se der For­schung in markt­fä­hi­ge Anwen­dun­gen zu brin­gen, ist ein wich­ti­ger Schritt zur Lösung gesell­schaft­li­cher Pro­ble­me. Die Helm­holtz-Gemein­schaft för­dert des­halb mit dem Helm­holtz-Vali­die­rungs­fonds (HFV) Pro­jek­te, die in die­ser Hin­sicht beson­ders viel­ver­spre­chend sind.

In den bei­den dies­jäh­ri­gen Aus­schrei­bungs­run­den wur­den zusam­men sie­ben Pro­jek­te aus­ge­wählt. Die­se Vor­ha­ben wer­den bis 2019 mit ins­ge­samt 9,1 Mil­lio­nen Euro unter­stützt. Eines der Pro­jek­te beschäf­tigt sich mit einem Inha­lat gegen Lun­gen­in­fek­tio­nen.

Mit dem Helm­holtz-Vali­die­rungs­fonds geben wir unse­ren For­sche­rin­nen und For­schern wich­ti­ge Unter­stüt­zung, um Ergeb­nis­se ihrer Arbeit bis zur Markt­rei­fe vor­an­zu­trei­ben“, sagt Otmar D. Wiest­ler, der Prä­si­dent der Helm­holtz-Gemein­schaft. „Das ist ein wich­ti­ger Teil unse­rer Mis­si­on. Des­halb enga­gie­ren wir uns an die­ser Stel­le mit einer Rei­he von För­der­instru­men­ten nach­drück­lich.“ Für die Vali­die­rungs­pro­jek­te ste­hen bis zum Jahr 2020 aus dem Impuls- und Ver­net­zungs­fonds des Prä­si­den­ten fast 30 Mil­lio­nen Euro zur Ver­fü­gung. Zusätz­lich zu die­ser För­de­rung betei­li­gen sich die Helm­holtz-Zen­tren mit einer ähn­lich hohen Sum­me an den inno­va­ti­ven Vor­ha­ben.

Mit den jetzt aus­ge­wähl­ten Vor­ha­ben wur­den seit der Ein­füh­rung die­ses För­der­instru­ments im Jahr 2011 ins­ge­samt 34 HVF-Pro­jek­te auf den Weg gebracht. „Auch die Pro­jek­te der aktu­el­len För­der­run­de zei­gen wie­der ein­mal die gro­ße Band­brei­te und Viel­fäl­tig­keit der anwen­dungs­ori­en­tier­ten For­schung bei Helm­holtz“, sagt Otmar D. Wiest­ler. „Mit unse­rer Sys­tem­kom­pe­tenz und unse­rem inter­dis­zi­pli­nä­ren Ansatz sind wir zen­tra­le Akteu­re in der Wis­sen­schaft und unver­zicht­ba­re Part­ner für die Wirt­schaft.“ Die sie­ben aktu­el­len För­der­pro­jek­te sind:

Inha­lat gegen Lun­gen­in­fek­tio­nen

Bereits im Som­mer star­te­te ein Vor­ha­ben aus dem Helm­holtz-Zen­trum für Infek­ti­ons­for­schung in Braun­schweig. Die For­sche­rin­nen und For­scher wol­len ein neu­es Medi­ka­ment zur The­ra­pie gegen chro­ni­sche Lun­gen­in­fek­tio­nen ent­wi­ckeln, die durch Pseu­do­mo­nas aeru­gi­no­sa her­vor­ge­ru­fen wer­den. Die­se Infek­tio­nen sind bis­lang nur schlecht behan­del­bar und kön­nen zum Tod füh­ren. Noch gibt es kei­ne zuge­las­se­ne Behand­lung der chro­ni­schen PA-Infek­ti­on bei die­ser Krank­heit. Daher besteht ein hoher medi­zi­ni­scher Bedarf an der Ent­wick­lung die­ses neu­en Inha­lats.

Hier­bei machen sich die For­scher eine inno­va­ti­ve Wirk­wei­se zu Nut­ze: Die als soge­nann­te „Patho­blo­cker“ bezeich­ne­ten Mole­kü­le hebeln gezielt krank­ma­chen­de Mecha­nis­men von PA aus. Dadurch soll das kör­per­ei­ge­ne Mikro­bi­om geschont und gleich­zei­tig eine ver­rin­ger­te Resis­tenz­bil­dungs­ra­te erzielt wer­den. Im Erfolgs­fall ist geplant, dass das Medi­ka­ment prä­ven­tiv oder als unter­stüt­zen­de Begleit­the­ra­pie ver­ab­reicht wer­den kann.

Quelle
Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren
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