Auszeichnung: Leopoldina verleiht Elisabeth Binder Carus-Medaille

Die Natio­na­le Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten Leo­pol­di­na wür­digt die Neu­ro­wis­sen­schaft­le­rin Eli­sa­beth Bin­der mit der dies­jäh­ri­gen Carus-Medail­le. Die Aus­zeich­nung wird am 22. Sep­tem­ber 2017 in Hal­le (Saa­le) über­reicht.

Die Geschäfts­füh­ren­de Direk­to­rin des Max-Planck-Insti­tu­tes für Psych­ia­trie, Prof. Eli­sa­beth Bin­der, ist eine auf dem Gebiet der Angst- und Depres­si­ons­for­schung inter­na­tio­nal renom­mier­te Neu­ro­wis­sen­schaft­le­rin. Dies wür­digt die Natio­na­le Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten Leo­pol­di­na in die­sem Jahr mit der Ver­lei­hung der Carus-Medail­l­le.

Bin­der erforscht die mole­ku­la­ren, zel­lu­lä­ren und sys­te­mi­schen Fak­to­ren, die zu stress- und trau­m­aas­so­zi­ier­ten Stö­run­gen füh­ren. Dabei fan­den die Wis­sen­schaft­le­rin und ihr Team her­aus, dass vor allem im Kin­des­al­ter extre­mer Stress Ver­än­de­run­gen des Erb­gu­tes bewir­ken kann und sich damit die Funk­ti­on von mensch­li­chen Zel­len ver­än­dert. Sie konn­te des Wei­te­ren zei­gen, dass die­se stress­ver­ur­sach­ten Ver­än­de­run­gen im Erb­gut abhän­gig von bestimm­ten Gen­va­ri­an­ten sind, die eine Rol­le als Risi­ko­fak­tor für ver­schie­de­ne psych­ia­tri­sche Erkran­kun­gen spie­len. Sie schluss­fol­ger­te dar­aus, dass die Gen-Umwelt-Inter­ak­ti­on und deren Ein­fluss auf das Erb­gut die indi­vi­du­el­le Reak­ti­on auf psy­chi­sche Belas­tun­gen bestim­men. Damit hat Bin­der erst­ma­lig in der Psych­ia­trie einen mole­ku­la­ren Mecha­nis­mus für das Zusam­men­spiel von Genen durch Umwelt­ein­flüs­se auf­ge­deckt.

Eli­sa­beth Bin­der stu­dier­te Human­me­di­zin an der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien (Öster­reich) und wur­de im Jahr 2000 an der Emo­ry Uni­ver­si­ty in Atlan­ta (USA) in Neu­ro­wis­sen­schaf­ten pro­mo­viert. Anschlie­ßend arbei­te­te sie am Max-Planck-Insti­tut für Psych­ia­trie in Mün­chen. Seit 2004 lehrt sie an der Emo­ry Uni­ver­si­ty in der Abtei­lung für Psych­ia­trie und Ver­hal­tens­wis­sen­schaf­ten, wo sie seit 2016 eine Pro­fes­sur inne­hat. Seit 2007 lei­tet sie eine For­schungs­grup­pe am Max-Planck-Insti­tut für Psych­ia­trie in Mün­chen, wo sie seit 2013 Direk­to­rin der Abtei­lung für trans­la­tio­na­le For­schung in der Psych­ia­trie ist. Für ihre Leis­tun­gen erhielt Bin­der bis­lang diver­se Aus­zeich­nun­gen, dar­un­ter den „Max Hamil­ton Memo­ri­al Pri­ze of the Col­le­gi­um Inter­na­tio­na­le Neu­ro­psy­cho- phar­ma­co­lo­gi­cum“ und den „Eva King Killam Rese­arch Award for Out­stan­ding Trans­la­tio­nal Rese­arch Con­tri­bu­ti­ons To Neu­ro­psy­cho­phar­ma­co­lo­gy by the Ame­ri­can Col­le­ge of Neu­ro­psy­cho­phar­ma­co­lo­gy“. Seit 2016 ist sie Mit­glied der Leo­pol­di­na.

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