Belastungsinkontinenz: Kolposuspension weist hohe Rezidivrate auf

Span­nungs­freie Schlin­gen (ten­si­on-free vagi­nal tape, TVT) haben mitt­ler­wei­le den Gold­stan­dard Kol­po­sus­pen­si­on in der The­ra­pie der Belas­tungs- und Misch-Harn­in­kon­ti­nenz (SUI, MUI) ver­drängt. Den­noch ist das Ver­fah­ren in man­chen Fäl­len wei­ter­hin indi­ziert. Nor­we­gi­sche Medi­zi­ner wei­sen in ihrer Stu­die dar­auf hin, dass bei SUI eine rela­tiv hohe Rezi­di­vra­te nach einer Kol­po­sus­pen­si­on auf­tritt.

Erst­au­tor Bjørn Hol­dø vom Nord­land Hos­pi­tal in Bodø, hat in einer Fall­se­rie die Kol­po­sus­pen­si­on nach Burch mit dem retro­pu­bi­schen TVT-Ver­fah­ren SUI und MUI bei Frau­en, die an ihrem Kran­ken­haus ope­riert wor­den waren, ver­gli­chen. Dabei ver­gli­chen er und sei­ne Kol­le­gen sowohl die kurz­fris­ti­gen als auch lang­fris­ti­gen kli­ni­schen Out­co­mes die­ser bei­den Ope­ra­ti­ons­tech­ni­ken.

Im Jahr 1998 wech­sel­te das Kran­ken­haus von der Kol­po­sus­pen­si­on zum TVT-Ver­fah­ren. Hol­dø und Kol­le­gen ver­gli­chen die Daten aus den 5 Jah­ren vor dem Wech­sel (n=127, 1994–1998) mit den Daten aus den 5 ers­ten Jah­ren mit TVT (n=180, 1998–2002). Fest­ge­hal­ten wur­den Anga­ben zu periope­ra­ti­ven und lang­fris­ti­gen Kom­pli­ka­tio­nen sowie Rezi­di­ven, defi­niert als stö­ren­de UI oder UI mit Reope­ra­ti­ons­er­for­der­nis. Wei­te­re End­punk­te waren die Raten der periope­ra­ti­ven und spä­ten Kom­pli­ka­tio­nen, und die Raten für eine Pro­laps-Ope­ra­ti­on nach dem ers­ten Ein­griff.

Per SPSS-Metho­de sowie Chi-Qua­drat und t-Tests wer­te­ten die Stu­di­en­au­to­ren die Daten aus. Lit­ten Frau­en vor dem Ein­griff an einer SUI, war die kumu­la­ti­ve Rezi­di­vra­te für eine SUI nach einer Kol­po­sus­pen­si­on signi­fi­kant höher. Bei Frau­en mit MUI konn­ten die Medi­zi­ner hin­ge­gen kei­nen Unter­schied aus­ma­chen. Weder die periope­ra­ti­ven noch die spä­ten Kom­pli­ka­ti­ons­ra­ten fie­len signi­fi­kant unter­schied­lich aus.

Nach 12 Jah­ren waren die Wie­der­ope­ra­ti­ons­ra­ten für Inkon­ti­nenz und Pro­laps bei Frau­en signi­fi­kant erhöht, die sich einer Kol­po­sus­pen­si­on unter­zo­gen haben. Die nor­we­gi­schen Stu­di­en­ergeb­nis­se bele­gen erneut den Vor­teil eines TVT-Ver­fah­rens gegen­über der Kol­po­sus­pen­si­on nach Burch. Hol­dø und
sei­ne Kol­le­gen wei­sen dabei auf die signi­fi­kant erhöh­te Rate für Pro­laps-Ope­ra­tio­nen hin.

Auto­ren: Hol­dø et al.

Kor­re­spon­denz: Bjørn Hol­dø, Depart­ment of Obs­te­trics and Gyne­co­lo­gy, Nord­land Hos­pi­tal, Bodø, Nor­we­gen; E-Mail: bjorn.​holdo@​yahoo.​no

Stu­die: Long-term cli­ni­cal out­co­mes with the retro­pu­bic ten­si­on-free vagi­nal tape (TVT) pro­ce­du­re com­pa­red to Burch col­po­sus­pen­si­on for cor­rec­ting stress uri­na­ry incon­ti­nence (SUI)

Quel­le: Int Uro­gy­ne­col J 2017;28(11):1739–1746.

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