Besserer Gehörschutz und Steigerung der Produktivität

Ein Grün­dungs­pro­jekt der FH Bie­le­feld ent­wi­ckelt einen neu­ar­ti­gen Gehör­schutz und erhält 627.000 Euro im Rah­men des För­der­pro­gramms „EXIST For­schungs­trans­fer“.

Im Insti­tut für Sys­tem­dy­na­mik und Mecha­tro­nik (ISyM) der Fach­hoch­schu­le Bie­le­feld ist das Grün­dungs­pro­jekt HEA²R – Head­set for Aug­men­ted Audi­tive Rea­li­ty – gestar­tet. Im Pro­jekt wird ein ganz neu­er Gehör­schutz mit zahl­rei­chen Son­der­funk­tio­nen ent­wi­ckelt, der die Mit­ar­bei­ter etwa im pro­du­zie­ren­den Gewer­be best­mög­lich schüt­zen und gleich­zei­tig Arbeits­ab­läu­fe erleich­tern soll.

HEA²R wird durch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie und den Euro­päi­schen Sozi­al­fonds im Rah­men des För­der­pro­gramms „EXIST For­schungs­trans­fer“ mit ins­ge­samt rund 627.000 Euro geför­dert. Pro­jekt­lei­ter Tobi­as Leh­mann: „Inner­halb der 18-mona­ti­gen Pro­jekt­lauf­zeit wird ein funk­tio­na­ler Pro­to­typ ent­ste­hen, der in Part­ner­un­ter­neh­men getes­tet wer­den soll. Hier­für sucht das Pro­jekt­team aktu­ell noch wei­te­re Fir­men, die sich eine Nut­zung des Sys­tems vor­stel­len kön­nen und Inter­es­se an einer Ein­bin­dung in das Pro­jekt haben.“ Im Anschluss an die Pro­jekt­pha­se soll die Unter­neh­mens­grün­dung aus der Hoch­schu­le erfol­gen.

Lärm­be­läs­ti­gung ist all­ge­gen­wär­tig: Der Mensch ist im All­tag und vor allem im indus­tri­el­len Umfeld dau­er­haft einer gro­ßen Flut von akus­ti­schen Ein­drü­cken aus­ge­setzt. Die gesund­heit­li­chen Fol­gen die­ses Lärms sind deut­lich zu erken­nen. Nach einer aktu­el­len Stu­die der Jade Hoch­schu­le Olden­burg lei­den allei­ne in Deutsch­land rund elf Mil­lio­nen Men­schen unter Schwer­hö­rig­keit, und in eini­gen rele­van­ten Indus­trie­zwei­gen wer­den 56 Pro­zent aller Berufs­krank­hei­ten durch Lärm ver­ur­sacht.

Der neue Gehör­schutz zeich­net sich nach Anga­ben der FH Bie­le­feld durch drei wesent­li­che Merk­ma­le aus. Der soge­nann­te hybri­de Gehör­schutz erwei­tert den indus­trie­üb­li­chen, pas­si­ven Gehör­schutz um eine akti­ve Gehör­schutz­lö­sung und setzt damit, so Leh­mann, „neue Stan­dards bei der Unter­drü­ckung von Lärm“. Dies füh­re zur Ent­las­tung des Nut­zers und bie­te dau­er­haf­ten Schutz vor akus­ti­scher und men­ta­ler Über­be­las­tung. Leh­mann: „Die inte­grier­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­lö­sung ermög­licht den Mit­ar­bei­tern auch an Lärm­ar­beits­plät­zen eine natür­li­che Sprach­kom­mu­ni­ka­ti­on. Der Gehör­schutz muss nicht mehr abge­nom­men wer­den, um sich mit Kol­le­gen zu ver­stän­di­gen.“ Zusätz­lich ermög­li­che der Gehör­schutz durch intel­li­gen­te Ver­net­zung im Kon­text von Indus­trie 4.0 wei­te­re Assis­tenz­funk­tio­nen.

Via
Projekt HEA²R
Quelle
Fachhochschule Bielefeld
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