BMBF-Projekt: Ein Klebstoff für Nierensteinfragmente

Wis­sen­schaft­ler vom Fraun­ho­fer Insti­tut für Fer­ti­gungs­tech­nik und ange­wand­te Mate­ri­al­for­schung (IFAM) in Bre­men haben in enger Zusam­men­ar­beit mit der Uro­lo­gie der Uni­ver­si­täts­kli­nik Frei­burg einen Kleb­stoff zur Ber­gung von Harn­stein­frag­men­ten ent­wi­ckelt.

Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung (BMBF) hat die Zahl 400.000 zur „Zahl der Woche” erko­ren – so vie­le Behand­lun­gen wer­den jähr­lich in Deutsch­land zur Ent­fer­nung von Nie­ren­stei­nen vor­ge­nom­men. Eine weit ver­brei­te­te Metho­de sind endo­sko­pi­sche Ein­grif­fe (Ure­terore­no­sko­pie, URS). Die Stei­ne wer­den mit einem Laser zer­trüm­mert und die Tei­le mit einem Grei­fer her­aus­ge­holt. Dabei blei­ben oft­mals kleins­te Stein­res­te im Kör­per zurück, die die Bil­dung von neu­en Nie­ren­stei­nen begüns­ti­gen. Um auch die­se Frag­men­te, die klei­ner als 2 mm sind, zu ent­fer­nen, soll der neu ent­wi­ckel­te Kleb­stoff hel­fen, der aus zwei Kom­po­nen­ten besteht. Die ers­te Kom­po­nen­te umschließt die Stein­res­te und die zwei­te här­tet das Sys­tem zu einer gum­mi­ar­ti­gen Mas­se aus, die elas­tisch genug ist, um aus der Nie­re ent­fernt zu wer­den. Die größ­te Schwie­rig­keit war, einen Kleb­stoff zu ent­wi­ckeln, der unter Was­ser klebt. Zudem dür­fen die Kleb­stof­fe natür­lich nicht gif­tig sein, nicht die Ope­ra­ti­ons­in­stru­men­te ver­kle­ben oder an der Nie­ren­schleim­haut haf­ten blei­ben.

Die ers­ten Tests mit dem neu­en Kleb­stoff sind erfolg­reich ver­lau­fen, an einer welt­wei­ten Zulas­sung wird gear­bei­tet. Die For­scher und For­sche­rin­nen hof­fen, dass Pati­en­ten in zwei bis drei Jah­ren von der neu­en Metho­de pro­fi­tie­ren. Das Pro­jekt mit dem Namen „medi­NiK – Ent­wick­lung eines medi­zi­ni­schen Kleb­stof­fes zum Ent­fer­nen von Nie­ren­stein­frag­men­ten” läuft vom 01.09.2014 bis zum 28.02.2017 und wird durch das BMBF geför­dert.

(BMBF/ms)

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