bng bemängelt Erstattung von Einmalprodukten in der Endoskopie

Wäh­rend Kli­ni­ken für Biop­sie­zan­gen zur Ent­nah­me von Gewe­be­pro­ben und Poly­pek­to­mie­schlin­gen zur Ent­fer­nung von Darm­krebs­vor­stu­fen meist Son­der­ver­ein­ba­run­gen zur Sach­kos­ten­er­stat­tung mit den Kos­ten­trä­gern ver­ein­ba­ren kön­nen, blei­ben Pra­xis­be­trei­ber oft auf den Kos­ten für Ein­mal-Endo­sko­pie­zu­be­hör sit­zen, beklagt der Berufs­ver­band Nie­der­ge­las­se­ner Gas­tro­en­te­ro­lo­gen (bng).

Der Grund dafür, so der bng, sei ein Dilem­ma, das aus „wider­sprüch­li­chen Hygie­ne­be­stim­mun­gen und deren Inter­pre­ta­ti­on durch die regio­nal zustän­di­gen Behör­den­ver­tre­ter” erwach­se: Es wür­den für Kli­nik und Pra­xis wie­der­ver­wend­ba­re Zusatz­in­stru­men­te für die Endo­sko­pie ange­bo­ten, für die die Her­stel­ler aber kei­ne aner­kann­ten Wie­der­auf­be­rei­tungs­ver­fah­ren lie­fer­ten. Auf­grund einer neu­en Inter­pre­ta­ti­on der Hygie­ne­richt­li­nie wer­de die Auf­be­rei­tung die­ser Pro­duk­te trotz Zulas­sung am deut­schen Markt in letz­ter Zeit durch die Auf­sichts­be­hör­den bei Hygi­e­ne­kon­trol­len unter­sagt. Pra­xis­be­trei­ber und Kli­ni­ken sei­en somit genö­tigt, auf Ein­mal­pro­duk­te zurück­zu­grei­fen. Das Pro­blem: Für Ein­mal­pro­duk­te ver­wei­ger­ten die Kos­ten­trä­ger jedoch iso­liert im ambu­lan­ten Bereich die Kos­ten­über­nah­me mit dem Hin­weis, dass wie­der­auf­be­reit­ba­re Instru­men­te nach wie vor auf dem Markt gebracht wer­den, kri­ti­siert der bng. Solan­ge die­se Situa­ti­on bestehe, kön­ne es kei­ne Ver­ein­ba­rung zur Sach­kos­ten­über­nah­me geben.

Das hört sich an wie ein Schild­bür­ger­streich“, sagt der bng-Vor­sit­zen­de Dr. Albert Bey­er. „Einer sinn­vol­len ambu­lan­ten Ver­sor­gung wer­den ein­mal mehr Knüp­pel zwi­schen die Bei­ne gewor­fen.“ Tat­sa­che sei, dass Her­stel­ler-Anwei­sun­gen zur Auf­be­rei­tung wie­der­ver­wend­ba­rer endo­sko­pi­scher Zusatz­in­stru­men­te der Grup­pe „Kri­tisch-B“ nicht mehr als rechts­kon­form erach­tet wür­den. Daher ist aus Sicht der Gas­tro­en­te­ro­lo­gen auch ihr Ver­trieb nicht mehr statt­haft. Der bng for­dert nun des­halb die Her­stel­ler auf, die­se Pro­duk­te bin­nen einer Frist von vier Wochen aus dem Han­del zu neh­men.

Die­ser Schritt sei ein wesent­li­cher Bei­trag zu noch höhe­rer Pati­en­ten­si­cher­heit in Pra­xis und Kli­nik, heißt es sei­tens des bng. Dar­über hin­aus gehen die nie­der­ge­las­se­nen Gas­tro­en­te­ro­lo­gen davon aus, dass dann die Kos­ten­er­stat­tung des endo­sko­pi­schen Ein­mal-Zusatz­in­stru­men­ta­ri­ums sowohl im ambu­lan­ten als auch im sta­tio­nä­ren Bereich mit den Kos­ten­trä­gern rasch geklärt wer­den kann. „Die Her­stel­ler sind dazu ange­hal­ten, durch frei­wil­li­ge Rück­nah­me der genann­ten wie­der­auf­be­reit­ba­ren Pro­duk­te vom deut­schen Markt für Klar­heit und Chan­cen­gleich­heit zu sor­gen“, betont Bey­er. „Ein umständ­li­ches und zeit­rau­ben­des Ver­fah­ren über die Her­stel­ler­über­wa­chung blie­be damit allen Betei­lig­ten erspart.“

Quelle
bng
Mehr anzeigen

Verwandte Artikel

Close