Centre for Structural Systems Biology: Infektionsforschung auf höchstem Niveau

Das neue High-Tech-Gebäu­de des inter­dis­zi­pli­nä­ren Infek­ti­ons­for­schungs­zen­trums Cent­re for Struc­tu­ral Sys­tems Bio­lo­gy CSSB ist auf dem DESY-Cam­pus fei­er­lich eröff­net wor­den.

Im CSSB arbei­ten Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler aus zehn ver­schie­de­nen For­schungs­in­sti­tu­tio­nen gemein­sam und inter­dis­zi­pli­när an eini­gen der drän­gends­ten Fra­gen der Struk­tur­bio­lo­gie: der Erfor­schung der Funk­ti­ons­wei­se von Viren, Bak­te­ri­en und Para­si­ten. Der For­schungs­schwer­punkt des CSSB liegt auf der Ent­schlüs­se­lung von Struk­tur, Dyna­mik und Mecha­nis­men des Infek­ti­ons­pro­zes­ses von Krank­heits­er­re­gern. Mit den gewon­ne­nen Erkennt­nis­sen wol­len die CSSB-Wis­sen­schaft­ler zur Ent­wick­lung von neu­en Behand­lungs­me­tho­den und The­ra­pi­en bei­tra­gen.

Olaf Scholz, Ers­ter Bür­ger­meis­ter der Frei­en und Han­se­stadt Ham­burg, Gabrie­le Hei­nen-Klja­jić, Nie­der­säch­si­sche Minis­te­rin für Wis­sen­schaft und Kul­tur, und wei­te­re Reprä­sen­tan­ten aus Poli­tik und Wirt­schaft sowie Mit­glie­der der CSSB-Part­ner­in­sti­tu­te und Wis­sen­schaft­ler aus dem In- und Aus­land nah­men an der fei­er­li­chen Eröff­nung der neu­en For­schungs­in­sti­tu­ti­on teil. Mit Blick auf das neue Gebäu­de applau­dier­ten mehr als 500 Gäs­te bei der fei­er­li­chen Schlüs­sel­über­ga­be durch den Vor­sit­zen­den des DESY-Direk­to­ri­ums Prof. Hel­mut Dosch an den Wis­sen­schaft­li­chen Direk­tor des CSSB Prof. Mat­thi­as Wil­manns und den Vor­sit­zen­den des wis­sen­schaft­li­chen Bei­rats des CSSB Prof. Dirk Heinz. Die Schlüs­sel­über­ga­be ist der offi­zi­el­le Beginn der wis­sen­schaft­li­chen For­schungs­tä­tig­keit in dem neu­en CSSB-Gebäu­de.

CSS­Bs Wis­sen­schaft­li­cher Direk­tor Mat­thi­as Wil­manns erklär­te: „Ich freue mich sehr über die heu­ti­ge Eröff­nung des CSSB-Gebäu­des; damit wird eine inspi­rie­ren­de Visi­on Wirk­lich­keit. Seit ich nach Ham­burg gekom­men bin, war es immer mein Traum, die inno­va­ti­ve Infra­struk­tur bei DESY zu nut­zen, um die Erkun­dung wich­ti­ger bio­me­di­zi­nisch und gesell­schaft­lich rele­van­ter For­schungs­ide­en zu ermög­li­chen.“

Das neue Zen­trum für struk­tu­rel­le Sys­tem­bio­lo­gie auf dem DESY-Cam­pus ist eine Koope­ra­ti­on der Super­la­ti­ve: Zehn For­schungs­or­ga­ni­sa­tio­nen arbei­ten hier dis­zi­plin­über­grei­fend zusam­men. Die Koope­ra­ti­on von Infek­ti­ons­bio­lo­gen, Phy­si­kern, Che­mi­kern und Medi­zi­nern ist ein­ma­lig und ein­ge­bet­tet in eine inter­na­tio­nal füh­ren­de For­schungs­in­fra­struk­tur mit dem Euro­päi­schen Rönt­gen­la­ser als Speer­spit­ze. Der sys­te­mi­sche Ansatz zur Bekämp­fung von Infek­tio­nen ist rich­tungs­wei­send. Ich bin des­halb über­zeugt, dass das CSSB in kür­zes­ter Zeit ein neu­er Leucht­turm der Wis­sen­schaft im Nor­den wird“, beton­te Hel­mut Dosch, Vor­sit­zen­der des DESY-Direk­to­ri­ums.

Prof. Johan­na Wan­ka, Bun­des­mi­nis­te­rin für Bil­dung und For­schung, sand­te Glück­wün­sche aus Ber­lin: „Das CSSB ist ein wei­te­rer gro­ßer Fort­schritt in der insti­tuts- und dis­zi­plin­über­grei­fen­den Zusam­men­ar­beit in Deutsch­land. Der inno­va­ti­ve Ver­bund aus zehn unter­schied­li­chen For­schungs­ein­rich­tun­gen der Lebens­wis­sen­schaf­ten auf dem Gelän­de von DESY in Ham­burg wird die Infek­ti­ons­for­schung einen ent­schei­den­den Schritt vor­an­zu­brin­gen.“

Die Ein­wei­hung des CSSB ist ein Mei­len­stein in der inter­dis­zi­pli­nä­ren Erfor­schung von Infek­tio­nen und Resis­ten­zen. Hier haben die For­sche­rin­nen und For­scher Zugriff auf euro­pa­weit ein­ma­li­ge Licht- und Rönt­gen­strah­lungs­quel­len und so die Mög­lich­keit, Struk­tur­bio­lo­gie, Infek­ti­ons­bio­lo­gie und Sys­tem­bio­lo­gie mit­ein­an­der zu ver­bin­den. Damit ent­steht in Ham­burg ein neu­ar­ti­ger For­schungs­schwer­punkt, der die kom­ple­xen Pro­zes­se und Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen Krank­heits­er­re­gern und ihren Wir­ten in den Fokus rückt“, erklär­te Olaf Scholz, Ers­ter Bür­ger­meis­ter der Frei­en und Han­se­stadt Ham­burg.

Die Eröff­nung des Zen­trums für struk­tu­rel­le Sys­tem­bio­lo­gie ist ein Mei­len­stein für die struk­tur­bio­lo­gi­sche For­schung in Nord­deutsch­land. Ins­be­son­de­re die Struk­tur- und Sys­tem­bio­lo­gie sowie die Infek­ti­ons­for­schung in Nie­der­sach­sen pro­fi­tie­ren von den Mög­lich­kei­ten, die DESY mit den moderns­ten Strah­len­quel­len bie­tet“, sag­te die Nie­der­säch­si­sche Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin Gabrie­le Hei­nen-Klja­jić. „Das CSSB ermög­licht es, durch Infek­tio­nen ver­ur­sach­te Volks­krank­hei­ten mit inter­dis­zi­pli­nä­ren For­schungs­an­sät­zen zu bekämp­fen.“

Der Schles­wig-Hol­stei­ni­sche Wis­sen­schafts­staats­e­kre­tär Dr. Oli­ver Grund­ei wünsch­te dem CSSB und sei­nen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern einen erfolg­rei­chen Start. „Das CSSB soll ein gemein­sa­mes Pro­fil ent­wi­ckeln, das weit über Nord­deutsch­land hin­aus strahlt“, sag­te Grund­ei und beton­te, das gehe nur über ech­te Zusam­men­ar­beit. Der Bund und die Län­der Ham­burg, Nie­der­sach­sen und Schles­wig-Hol­stein stell­ten mit ihren Zuwen­dun­gen den Raum und die Aus­stat­tung zur Ver­fü­gung. „Das war nicht ein­fach, denn das bedeu­tet, über die Gren­zen der sonst übli­chen For­schungs­för­de­rung und For­schungs­po­li­tik hin­aus zu den­ken. Aber wir haben es geschafft“, sag­te Grund­ei und dank­te dem Direk­to­ri­um und dem Team „für die inten­si­ve Pio­nier­ar­beit“ in den ver­gan­ge­nen Wochen und Mona­ten.

Ein hoch­mo­der­nes For­schungs­ge­bäu­de

Das neue CSSB-Gebäu­de, das gezielt geplant wur­de, um Zusam­men­ar­beit, Inno­va­ti­on und Men­to­ring für Nach­wuchs­for­scher zu för­dern, bie­tet Wis­sen­schaft­lern sowohl moderns­te haus­ei­ge­ne Tech­no­lo­gie als auch den direk­ten Zugang zu DESYs ein­zig­ar­ti­gen Rönt­gen­licht­quel­len wie dem Syn­chro­tron-Spei­cher­ring PETRA III und dem nahe gele­ge­nen Freie-Elek­tro­nen-Laser Euro­pean XFEL. Das vier­stö­cki­ge Gebäu­de mit Labo­ra­to­ri­en und Büros bie­tet Raum für etwa 180 Wis­sen­schaft­ler und Mit­ar­bei­ter.

Im Unter­ge­schoss des Gebäu­des wer­den fünf Kryo-Elek­tro­nen­mi­kro­sko­pe instal­liert, mit denen CSSB-Wis­sen­schaft­ler Krank­heits­er­re­ger auf ver­schie­de­nen Ska­len der Auf­lö­sung und Kom­ple­xi­tät sicht­bar machen kön­nen: sowohl loka­les Her­an­zoo­men, um ein­zel­ne Ato­me in einem Mole­kül zu iden­ti­fi­zie­ren, als auch Her­aus­zoo­men, um die Dyna­mik der Wirt-Erre­ger-Inter­ak­ti­on in Echt­zeit zu beob­ach­ten. Mit der Kom­bi­na­ti­on von insti­tuts­ei­ge­ner Tech­no­lo­gie mit DESYs Rönt­gen­licht­quel­len und dem Euro­pean XFEL wer­den die CSSB-Wis­sen­schaft­ler ver­schie­de­ne struk­tu­rel­le Metho­den in einer inte­grier­ten Wei­se anwen­den und so die unter Wis­sen­schaft­lern so bezeich­ne­te „reso­lu­ti­on revo­lu­ti­on“ (Auf­lö­sungs-Revo­lu­ti­on) errei­chen.

Das neue Gebäu­de wur­de finan­ziert von der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, der Frei­en und Han­se­stadt Ham­burg und den Bun­des­län­dern Nie­der­sach­sen und Schles­wig-Hol­stein.

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