Chronische Rhinosinusitis: Symptome bessern sich nach Rauch-Stop

Eine Stu­die hat die nega­ti­ven Effek­te des Rau­chens auf die Neben­höh­len ana­ly­siert. Ergeb­nis: Zehn Jah­re nach­dem die Pati­en­ten das Rau­chen auf­ge­ben habe, hat­ten sich die Sym­pto­me deut­lich ver­bes­sert.

Bei Pati­en­ten mit chro­ni­scher Rhi­no­si­nu­si­tis (CRS), die das Rau­chen auf­ge­ben, wer­den sich die Sym­pto­me nach zehn Jah­ren ver­bes­sert haben, so eine Stu­die des Mas­sa­chu­setts Eye and Ear Insti­tu­tes. Die Stu­die ist die ers­te, die nicht nur die Schwe­re der Sym­pto­me und den Effekt auf die Lebens­qua­li­tät der Pati­en­ten unter­sucht hat, son­dern auch die Zeit­span­ne, die es braucht damit die Sym­pto­me zurück­ge­hen, nach­dem die Pati­en­ten das Rau­chen auf­ge­ge­ben haben. Die Ergeb­nis­se könn­ten hel­fen, Pati­en­ten zu moti­vie­ren mit ihrer Gewohn­heit zu bre­chen.

Unse­re Stu­die hat die kli­nisch rele­van­ten Mess­grö­ßen, die mit CRS asso­zi­iert sind unter­sucht. Wir haben die Schwe­re der Sym­pto­me und den Medi­ka­men­ten­ver­brauch gemes­sen“, sagt Stu­di­en­au­tor Ahmad R. Sedag­hat, M.D., Ph.D., Assis­tenz­pro­fes­sor für Hals-Nasen-Ohren­heil­kun­de der Har­vard Medi­cal School. „Wir konn­ten sehr gleich­blei­bend beob­ach­ten, dass alle Mess­grö­ßen für die Schwe­re der CRS nach einem Zeit­raum von etwa zehn Jah­ren auf das Niveau von Nicht­rau­chern san­ken. Dabei haben sich die Schwe­re der Sym­pto­me, der Medi­ka­men­ten­ver­brauch und die Lebens­qua­li­tät kon­ti­nu­ier­lich über die­sen Zeit­raum ver­bes­sert.“

CRS ist dafür bekannt, die Lebens­qua­li­tät der Pati­en­ten zu beein­träch­ti­gen, dass sie auf­grund der blo­ckier­ten Sinus- bzw. nasa­len Durch­gän­ge schlech­ter atmen und schla­fen kön­nen.

Bereits frü­he­re Stu­di­en haben gezeigt, dass Rau­chen nega­ti­ve Effek­te auf die Nasen­ne­ben­höh­len hat. Es ver­än­dert die Nasen­schleim­haut, was dazu führt, dass der Schleim schlech­ter als bei Nicht­rau­chern abtrans­por­tiert wird. Außer­dem reizt das Rau­chen und trägt so zu Schwel­lun­gen und Ent­zün­dun­gen bei. Außer­dem gibt es Hin­wei­se dar­auf, dass das Mikro­bi­om der Nase bei Rau­chern ver­än­dert ist.

Mit dem Ziel zu unter­su­chen wie Rau­chen kli­ni­sche Sym­pto­me und Lebens­qua­li­tät – etwa Schwie­rig­kei­ten beim Atmen, Schlaf­stö­run­gen, Schmer­zen in Gesicht und Ohren sowie Emo­tio­nen –bei CRS-Pati­en­ten ver­schlim­mert, haben die For­scher sowohl die Schwe­re der Sym­pto­me als auch die Lebens­qua­li­tät bei 103 Rau­chern und 103 Nicht­rau­chern unter­sucht. Ver­gli­chen mit Nicht-Rau­chern hat­ten die Rau­cher schwe­re­re Sym­pto­me und einen höhe­ren Medi­ka­men­ten­ver­brauch, wie zum Bei­spiel Anti­bio­ti­ka, die bei CRS ein­ge­setzt wer­den oder ora­le Kor­ti­kos­te­ro­ide.

Die For­scher stell­ten fest, dass bei ehe­ma­li­gen Rau­chern jedes rauch­freie Jahr mit sta­tis­tisch signi­fi­kant ver­bes­ser­ten Sym­pto­men und einem gerin­ge­ren Medi­ka­men­ten­ver­brauch asso­zi­iert war. Auf­grund der Unter­schie­de der gemes­se­nen Stu­di­en­ergeb­nis­se zwi­schen Rau­chern und Nicht­rau­chern, schät­zen die For­scher, dass es etwa zehn rauch­freie Jah­re braucht, bis sich die rever­si­blen Sym­pto­me der CRS zurück­bil­den.

Die For­scher glau­ben, dass die Stu­di­en­ergeb­nis­se hilf­reich dabei sein könn­ten, CRS-Pati­en­ten dazu zu moti­vie­ren das Rau­chen auf­zu­ge­ben. „Wenn Pati­en­ten mir berich­ten, dass sie rau­chen, habe ich jetzt einen ech­ten Beleg dafür, dass sich ihre CRS-Sym­pto­me durch das Rau­chen ver­schlim­mern“, so Sedag­hat. „Auf der ande­ren Sei­te kön­nen wir opti­mis­tisch sein, weil es Bele­ge dafür gibt, dass die Din­ge über die nächs­ten zehn Jah­re bes­ser wer­den – wenn der Pati­en­ten das Rau­chen auf­gibt.“

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