Deutsches Gesundheitswesen: Gröhe fordert „Mannschaftsleistung“

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Her­mann Grö­he hat die Leis­tungs­er­brin­ger im deut­schen Gesund­heits­we­sen auf­ge­ru­fen, inten­si­ver zu koope­rie­ren.

Das Gesund­heits­we­sen müs­se sich dar­an ori­en­tie­ren, „dass aus den vie­len, guten, ja Spit­zen­leis­tun­gen des deut­schen Gesund­heits­we­sens eine Mann­schaft­leis­tung wird“, so Grö­he heu­te in sei­ner Eröff­nungs­re­de auf dem Haupt­stadt­kon­gress Medi­zin und Gesund­heit in Ber­lin.

Der Minis­ter beton­te, alle Geset­ze der ablau­fen­den Legis­la­tur­pe­ri­ode hät­ten im Kern der Ver­net­zung gedient. So sei der mit dem Ver­sor­gungs­stär­kungs­ge­setz ein­ge­rich­te­te Inno­va­ti­ons­fonds geschaf­fen wor­den, „damit statt Mau­ern Brü­cken zwi­schen den Sek­to­ren gebaut wer­den.“ Ziel sei „Ver­net­zung durch sek­tor­über­grei­fen­de Ver­sor­gung.“

Aber auch die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Maxi­mal- und Regel­ver­sor­gern, also Spe­zi­al­kli­ni­ken und regio­na­len Kran­ken­häu­sern, gehö­re dazu. Durch digi­ta­le Ver­net­zung müs­se künf­tig jeder Regel­ver­sor­ger in der Lage sein, das Wis­sen der Spit­zen­me­di­zin von einem Maxi­mal­ver­sor­ger abzu­ru­fen, wobei „dann dank Tele­me­di­zin egal ist, wie weit er ent­fernt ist.“ Grö­he kri­ti­sier­te die lang­sa­me Umset­zung sol­cher Zusam­men­ar­beit in Deutsch­land: „Ich bedau­re, dass das The­ma Digi­ta­li­sie­rung sehr zöger­lich ange­gan­gen wird“, so der Minis­ter wört­lich.

Wenn wir über sek­tor­über­grei­fen­de Zusam­men­ar­beit, wenn wir über Dele­ga­ti­on und Sub­sti­tu­ti­on reden – in wel­cher Wei­se wir das noch angst­be­setzt dis­ku­tie­ren, befrem­det mich manch­mal“, äußer­te Grö­he vor dem Hin­ter­grund der Kon­kur­renz zwi­schen sta­tio­nä­rem und ambu­lan­tem Sek­tor und der Debat­te um mehr Ver­ant­wor­tung für die Pfle­ge­be­ru­fe. Bezüg­lich sek­tor­über­grei­fen­der Ver­sor­gung soll­ten alle Betei­lig­ten wis­sen: „Da raubt mir kei­ner mei­ne Arbeit“, so Grö­he.

Der Haupt­stadt­kon­gress Medi­zin und Gesund­heit, der in die­sem Jahr zum zwan­zigs­ten Mal statt­fin­det, wur­de am Mor­gen im Ber­li­ner City­Cu­be Ber­lin eröff­net. Die Eröff­nungs­ver­an­stal­tung stand im Zei­chen des Jubi­lä­ums: Der Arzt, Kaba­ret­tist und Autor Dr. Eck­art von Hirsch­hau­sen dis­ku­tier­te mit den wis­sen­schaft­li­chen Lei­tern der drei mit dem Haupt­stadt­kon­gress zusam­men statt­fin­den­den Fach­kon­gres­se über die Ent­wick­lung des Gesund­heits­we­sens in zwei Jahr­zehn­ten – unter ande­rem, ob Pfle­ge schon auf Augen­hö­he mit Ärz­ten und Kran­ken­haus­ma­nage­ment ange­kom­men ist, und wie es um die Pati­en­ten­au­to­no­mie steht.

Von heu­te bis Don­ners­tag tref­fen mehr als 8000 Ent­schei­dungs­trä­ger aus Poli­tik, Kli­ni­ken, Gesund­heits­wirt­schaft, Ärz­te­schaft, der medi­zi­ni­schen For­schung, Pfle­ge und von Kos­ten­trä­gern zusam­men. Bei etwa 150 Ein­zel­ver­an­stal­tun­gen wer­den über 600 Refe­ren­tin­nen und Refe­ren­ten auf­tre­ten.

Mot­to des dies­jäh­ri­gen Haupt­stadt­kon­gres­ses Medi­zin und Gesund­heit ist „Qua­li­tät und nach­hal­ti­ge Finan­zie­rung“. Im gesund­heits­po­li­ti­schen Teil des Kon­gres­ses, dem Haupt­stadt­fo­rum, wer­den die Finan­zie­rung des Gesund­heits­we­sens und des­sen Steue­rung mit­tels von Qua­li­täts­in­di­ka­to­ren dis­ku­tiert. Drei Mona­te vor der Bun­des­tags­wahl ste­hen gesund­heits­po­li­ti­sche The­men ganz vorn auf der Agen­da: der mor­bi­di­täts­ori­en­tier­te Risi­ko­struk­tur­aus­gleich, eine mög­li­che Renais­sance der Idee einer Bür­ger­ver­si­che­rung, die Bilanz der jüngs­ten Pfle­ge­ge­setz­ge­bung, die Rol­le des Inno­va­ti­ons­fonds, die Digi­ta­li­sie­rung sowie vie­le Zukunfts­the­men aus Gesund­heits­wirt­schaft, Medi­zin und Pfle­ge.

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