DFG-Projekt: Immunantwort nach einer Leberschädigung

Am Leib­niz-Insti­tut für Arbeits­for­schung star­ten Toxi­ko­lo­gen und Immu­no­lo­gen jetzt ein von der Deut­schen For­schungs­ge­mein­schaft geför­der­tes Pro­jekt, wel­ches die kom­ple­xen Ent­zün­dungs­re­ak­tio­nen im Ver­lauf einer Leber­fi­bro­se auf­klä­ren soll.

Leber­er­kran­kun­gen gehö­ren zu den häu­figs­ten Todes­ur­sa­chen. Ein Bei­spiel ist die Fibro­se: Dabei wer­den die Leber­zel­len bei wie­der­hol­ter Organ­schä­di­gung durch Bin­de­ge­we­be ersetzt. Die­ses Nar­ben­ge­we­be kann sich soweit aus­brei­ten, dass der Blut­fluss mas­siv behin­dert wird. Die Fol­gen der Erkran­kung kön­nen töd­lich sein. Bis­lang sind die Mecha­nis­men, die eine Leber­fi­bro­se för­dern, noch Gegen­stand inten­si­ver For­schung. Toxi­ko­lo­gen und Immu­no­lo­gen des Leib­niz-Insti­tuts für Arbeits­for­schung an der TU Dort­mund (IfA­Do) set­zen hier an – mit einem gemein­sa­men For­schungs­pro­jekt, das die kom­men­den drei Jah­re von der Deut­schen For­schungs­ge­mein­schaft geför­dert wird.

Weit­ge­hen­der Kon­sens besteht in der For­schung dar­über, dass die hepa­ti­schen Stern­zel­len eine Schlüs­sel­rol­le bei der Ent­ste­hung einer Fibro­se ein­neh­men. Bei wie­der­hol­ter Leber­schä­di­gung sor­gen die durch Boten­stof­fe, Zyto­ki­ne, akti­vier­ten Stern­zel­len für die ent­zün­dungs­be­ding­te Bin­de­ge­webs­bil­dung. The­ra­peu­ti­sche Ansät­ze gegen die Boten­stof­fe blei­ben bis­lang erfolg­los, da noch nicht alle Zusam­men­hän­ge der kom­ple­xen Immun­re­ak­ti­ons­ket­ten bekannt sind.

Zyto­kin IL-15 ent­schei­dend für Ent­wick­lung einer Leber­fi­bro­se

In frü­he­ren Stu­di­en konn­ten For­schen­de des IfA­Do zei­gen, dass das Zyto­kin IL-15 eine ent­schei­den­de Rol­le für das Fort­schrei­ten einer Leber­fi­bro­se spielt. So stieg die Kon­zen­tra­ti­on des Boten­stoffs im Zuge einer Leber­schä­di­gung sowie mit der Schwe­re der Erkran­kung deut­lich an. Über wel­che Mecha­nis­men IL-15 die Erkran­kung för­dert, wol­len sie nun ermit­teln.

IL-15 för­dert die Ent­wick­lung von natür­li­chen Kil­ler­zel­len, die als ers­te Ver­tei­di­gungs­li­nie gegen kran­ke Zel­len im Kör­per fun­gie­ren“, sagt Dr. Patri­cio Godoy, Lei­ter des neu­en For­schungs­pro­jekts und der IfA­Do-Nach­wuchs­grup­pe Leber­to­xi­ko­lo­gie. „Gleich­zei­tig beein­flusst das Zyto­kin die Bil­dung von Immun­zel­len, die eine Fibro­se begüns­ti­gen kön­nen.“
Mit Hil­fe der Intra­vi­tal­mi­kro­sko­pie wol­len die For­schen­den ab sofort die Abläu­fe wäh­rend einer Fibro­se in Echt­zeit unter­su­chen. Zum ers­ten Mal sol­len zudem Tran­skrip­tom­ana­ly­sen aller betei­lig­ten Immun­zel­len durch­ge­führt wer­den. Die­se Daten sol­len einen prä­zi­sen Ein­blick geben, wel­che Gene zu einem bestimm­ten Zeit­punkt ein- oder aus­ge­schal­tet sind und so zei­gen, wel­che Zel­len sich wie im Ver­lauf der Krank­heit ver­hal­ten. Mit die­sem Wis­sen könn­ten Angriffs­punk­te für mög­li­che The­ra­pi­en ent­wi­ckelt wer­den.

Wenn wir die Mecha­nis­men ver­ste­hen, die chro­ni­sche Erkran­kun­gen wie Fibro­se regu­lie­ren, kön­nen wir die Risi­ken von Stof­fen bes­ser ein­schät­zen, die uns scha­den kön­nen. Bei­spiels­wei­se von Che­mi­ka­li­en, denen wir auf der Arbeit über einen län­ge­ren Zeit­raum aus­ge­setzt sind“, sagt Godoy.

Mehr anzeigen
Anzeige

Verwandte Artikel

Close