Diabetes-Präventionsprogramm „Dimini” startet in Schleswig-Holstein

Ver­si­cher­te der Kran­ken­kas­sen AOK Nord­West, BARMER, DAK und TK kön­nen an dem Prä­ven­ti­ons­pro­gramm „Dimi­ni – Dia­be­tes mel­li­tus? Ich nicht!“ teil­neh­men. Gemein­sam mit dem Haus­arzt haben sie die Mög­lich­keit, Warn­hin­wei­se früh­zei­tig zu erken­nen und einen Aus­bruch der Krank­heit zu ver­zö­gern oder sogar zu ver­hin­dern.

Das unter Feder­füh­rung der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung Schles­wig-Hol­stein ste­hen­de Koope­ra­ti­ons­pro­jekt setzt auf Prä­ven­ti­on durch Lebens­sti­län­de­rung. Mit Hil­fe eines spe­zi­el­len Fra­ge­bo­gens ermit­teln die an dem Pro­jekt teil­neh­men­den Haus­ärz­te zunächst das indi­vi­du­el­le Dia­be­tes-Risi­ko der Ver­si­cher­ten. Im Anschluss fin­den je nach Risi­ko eine oder meh­re­re Bera­tun­gen statt. Dabei unter­stützt der Haus­arzt sei­nen Pati­en­ten dabei, sei­nen Lebens­stil zu ändern und gibt ihm Tipps für eine gesün­de­re Ernäh­rung und mehr Bewe­gung.
 
Aktu­ell sind knapp sie­ben Mil­lio­nen Men­schen in Deutsch­land an Dia­be­tes mel­li­tus erkrankt, dar­un­ter etwa zwei Mil­lio­nen, die noch nichts von ihrer Erkran­kung wis­sen. Pro Jahr ent­ste­hen durch Dia­be­tes und sei­ne Fol­ge­krank­hei­ten Kos­ten von rund 35 Mil­li­ar­den Euro für Behand­lung, Pfle­ge, Arbeits­un­fä­hig­keit und Früh­ver­ren­tung. Ziel von Dimi­ni ist es, die Neu­erkran­kungs­ra­te mess­bar zu sen­ken: „Fatal ist, dass Dia­be­tes sich schlei­chend ent­wi­ckelt. Die Krank­heit wird oft nicht bemerkt, weil sie zunächst kei­ne Schmer­zen oder wenig Beein­träch­ti­gung aus­löst“, sagt Dr. Moni­ka Schliff­ke, Vor­stands­vor­sit­zen­de der KVSH. „Wer Anzei­chen für Dia­be­tes aber ernst nimmt und recht­zei­tig mit gesun­der Ernäh­rung und aus­rei­chend Sport gegen­steu­ert, kann eine The­ra­pie mit Medi­ka­men­ten und vor allem Fol­ge­er­kran­kun­gen zumin­dest als Typ-2-Dia­be­ti­ker mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit ver­mei­den.“

Dimi­ni ist län­der­über­grei­fen­des Pro­jekt

Dimi­ni rich­tet sich an Men­schen über 18 Jah­re, die bei einer der betei­lig­ten Kran­ken­kas­sen ver­si­chert sind. Das Prä­ven­ti­ons­pro­gramm dau­ert 15 Mona­te, die Teil­nah­me ist für Pati­en­ten kos­ten­frei. Das Pro­jekt, das wis­sen­schaft­lich beglei­tet und zeit­gleich auch in Hes­sen erprobt wird, wird mit rund vier Mil­lio­nen Euro aus dem Inno­va­ti­ons­fonds des Bun­des geför­dert. In Schles­wig-Hol­stein und Hes­sen kön­nen ins­ge­samt bis zu 5.000 Ver­si­cher­te in das Pro­gramm ein­stei­gen, wenn ihr Haus­arzt eine Teil­nah­me emp­fiehlt. Bis zu die­ser Schwel­le ist eine voll­stän­di­ge Finan­zie­rung aus dem Inno­va­ti­ons­fonds vor­ge­se­hen. Bei Arbeits­su­chen­den ist eine Anmel­dung sogar über das jewei­li­ge Job­cen­ter mög­lich, wobei im Anschluss immer eine an Dimi­ni teil­neh­men­de Haus­arzt­pra­xis ein­ge­bun­den wird. Part­ner in Schles­wig-Hol­stein sind neben der KVSH und den vier Kran­ken­kas­sen der ärzt­li­che Pro­jekt­in­itia­tor Dr. Cars­ten Peter­sen aus Schles­wig, die Deut­sche Dia­be­tes Gesell­schaft, die Deut­sche Gesell­schaft für Prä­ven­ti­on und Reha­bi­lia­ti­on, das for­schen­de
Phar­ma­un­ter­neh­men MSD, das Insti­tut für ange­wand­te Ver­sor­gungs­for­schung und die Bun­des­agen­tur für Arbeit. Schles­wig-Hol­steins Gesund­heits­mi­nis­ter Dr. Hei­ner Garg ist Schirm­herr des Pro­jek­tes, das Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um unter­stützt die­ses fach­lich im Rah­men der Dia­be­tes-AG Schles­wig-Hol­stein.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu Dimi­ni im Inter­net unter dimi​ni​.org.

 

Quelle
Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein
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