Einstiegsdroge E-Zigarette: Dampfen macht abhängig und krank 

E-Ziga­ret­ten, Shishas und Heat Sticks machen jun­ge Men­schen niko­tin­ab­hän­gig und ebnen den Weg in den Tabak­kon­sum.

Dar­auf weist die Deut­sche Gesell­schaft für Pneu­mo­lo­gie und Beat­mungs­me­di­zin (DGP) anläss­lich ihres bevor­ste­hen­den Kon­gres­ses in Dres­den hin. Damit reagiert sie auf Mar­ke­ting­kam­pa­gnen der Tabak­in­dus­trie, die E-Ziga­ret­ten als „gesün­de­re Alter­na­ti­ve“ zur Tabak­zi­ga­ret­te bewer­ben. Auch zur Rauch­ent­wöh­nung sei das Inha­lie­ren von E-Ziga­ret­ten, Was­ser­pfei­fen und Tabak­er­hit­zern nur bedingt geeig­net, beto­nen die Exper­ten.

Schät­zungs­wei­se 1 Mil­lio­nen Deut­sche rauch­ten 2016 regel­mä­ßig E-Ziga­ret­ten. Die Was­ser­pfei­fe ist bei Jugend­li­chen beliebt: Nach Anga­ben der DAK rau­chen 15 Pro­zent der Zehnt­kläss­ler regel­mä­ßig Shi­sha. „Der süße Geschmack der E-Ziga­ret­te und das brei­te Ange­bot an Aro­ma­stof­fen machen das Damp­fen vor allem bei jun­gen Men­schen beliebt und erhö­hen die Akzep­tanz für das Rau­chen“, warnt der Pneu­mo­lo­ge Dr. Peter Kar­dos. US-ame­ri­ka­ni­sche Unter­su­chun­gen zei­gen, dass die E-Ziga­ret­te den Ein­stieg in den kon­ven­tio­nel­len Tabak­kon­sum bah­nen kann.

Tabak­kon­zer­ne stei­gen in das E-Ziga­ret­ten­ge­schäft ein, um das Image des Rau­chens zu ver­bes­sern und mehr jun­ge Men­schen zum täg­li­chen Kon­sum zu ver­lei­ten“, sagt Kar­dos. In einem Posi­ti­ons­pa­pier weist die DGP dar­auf hin, dass Inha­la­ti­ons­pro­duk­te wie E-Ziga­ret­ten und Was­ser­pfei­fen gesund­heits­ge­fähr­den­de Sucht­mit­tel sind und des­halb den glei­chen gesetz­li­chen Regu­la­ri­en unter­lie­gen soll­ten wie Tabak­pro­duk­te.

Was das Inha­lie­ren von Damp­fen E-Ziga­ret­ten, Was­ser­pfei­fen und Tabak­er­hit­zern lang­fris­tig für ihre die Gesund­heit bedeu­tet, lässt sich auf­grund der aktu­el­len Stu­di­en­la­ge nicht beur­tei­len, sagt Kar­dos, der dem dies­jäh­ri­gen DGP-Kon­gress als Kon­gress­prä­si­dent vor­steht. Nach Beginn der indus­tri­el­len Pro­duk­ti­on hat es auch bei den kon­ven­tio­nel­len Ziga­ret­ten gut 30 Jah­re gedau­ert, bis mit wis­sen­schaft­li­cher Genau­ig­keit fest­stand, dass Rau­chen Lun­gen­krebs ver­ur­sacht.

Zwar ent­hal­ten E-Ziga­ret­ten kei­ne Ver­bren­nungs­pro­duk­te – aber auch das beim Damp­fen dabei ent­ste­hen­de Aero­sol ent­hält ent­zün­dungs­för­dern­de, rei­zen­de und krebs­er­re­gen­de Sub­stan­zen, die die Lun­ge lang­fris­tig schä­di­gen kön­nen.“ So fand eine ande­re ame­ri­ka­ni­sche Stu­die Hin­wei­se dafür, dass Jugend­li­che, die regel­mä­ßig damp­fen, dop­pelt so häu­fig an Bron­chi­tis erkran­ken wie ihre nicht rau­chen­den Alters­ge­nos­sen. Hin­zu kommt, dass die meis­ten E-Ziga­ret­ten den Sucht­stoff Niko­tin ent­hal­ten, der mög­li­cher­wei­se selbst schon krebs­er­re­gend ist.

Ob E-Ziga­ret­ten bei der Rauch­ent­wöh­nung hel­fen kön­nen, ist aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht nicht belegt. Eine aktu­el­le Meta­ana­ly­se fand kei­ne aus­sa­ge­kräf­ti­gen Hin­wei­se dafür. Den­noch bewirbt die Indus­trie E-Ziga­ret­ten und soge­nann­te Tabak­er­hit­zer (Heat Sticks) die das Niko­tin ohne Ver­bren­nungs­pro­duk­te abge­ben – als Ersatz­pro­dukt für Rau­cher. Exper­ten geben zu beden­ken, dass Heat Sticks den Rauch­stopp sogar erschwe­ren kön­nen, weil sie das Ritu­al des Rau­chens auf­recht­erhal­ten. Vie­le Nut­zer grei­fen trotz­dem auch noch regel­mä­ßig zur Tabak­zi­ga­ret­te („Dual Users”), betont Kar­dos. „Wer sich das Rau­chen abge­wöh­nen möch­te – oder es sich aus gesund­heit­li­chen Grün­den abge­wöh­nen muss – soll­te vor­ran­gig in pro­fes­sio­nel­len Ent­wöh­nungs­pro­gram­men, Medi­ka­men­ten und Niko­ti­ner­satz­pro­duk­ten Unter­stüt­zung suchen“, so der Exper­te.

Quelle
DGP
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