Embryonen-Untersuchung: Ethikkommission entscheidet über 155 Anträge

In mehr als hun­dert Fäl­len haben wer­den­de Eltern in Bay­ern grü­nes Licht für eine Unter­su­chung ihrer Embryo­nen auf gene­ti­sche Defek­te bekom­men.

Die Baye­ri­sche Ethik­kom­mis­si­on für Prä­im­plan­ta­ti­ons­dia­gnos­tik (PID) habe ins­ge­samt über 155 Anträ­ge ent­schie­den, teil­te Bay­erns Gesund­heits­mi­nis­te­rin Mela­nie Huml (CSU) am 30. Dezem­ber mit. Davon wur­den zwölf abge­lehnt. Wie die Gesund­heits­mi­nis­te­rin beton­te, leis­tet die Kom­mis­si­on «einen wich­ti­gen Bei­trag dafür, dass in Bay­ern die medi­zi­ni­schen Mög­lich­kei­ten ver­ant­wor­tungs­be­wusst genutzt wer­den.» Kei­nes­falls dür­fe die PID als ein Selek­ti­ons­in­stru­ment wahr­ge­nom­men wer­den.

Wenn ein hohes Risi­ko für eine schwe­re Erb­krank­heit besteht, kön­nen durch künst­li­che Befruch­tung erzeug­te Embry­os vor der Über­tra­gung in die Gebär­mut­ter gene­tisch unter­sucht wer­den. Die Zahl der Anträ­ge ist im Ver­gleich zum Vor­jahr um rund 21 Pro­zent gestie­gen, 2016 hat­ten 128 Eltern­paa­re die Erlaub­nis für eine Unter­su­chung erfragt.

Die Ethik­kom­mis­si­on besteht aus acht Mit­glie­dern unter­schied­li­cher Fach­rich­tun­gen, dar­un­ter Medi­zi­ner, einem Ethi­ker und Juris­ten sowie einem Ver­tre­ter der Pati­en­ten und einem Ver­tre­ter einer Selbst­hil­fe­or­ga­ni­sa­ti­on für Men­schen mit Behin­de­rung. Sie ent­schei­den laut Huml im Ein­zel­fall, ob eine PID zuläs­sig ist. Berück­sich­tigt wür­den maß­geb­li­che psy­chi­sche, sozia­le und ethi­sche Gesichts­punk­te.

Die PID darf nach dem Embryo­nen­schutz­ge­setz nur in Aus­nah­me­fäl­len unter stren­gen Vor­aus­set­zun­gen und in weni­gen zuge­las­se­nen Zen­tren vor­ge­nom­men wer­den. (dpa)

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