Endoskopische Nebenhöhlenchirurgie: Leistung mancher Chirurgen verbesserungswürdig

Eine aktu­el­le kana­di­sche Stu­die hat die Unter­schie­de der indi­vi­du­el­len Leis­tun­gen von Chir­ur­gen bei der endo­sko­pi­schen Neben­höh­len­chir­ur­gie bewer­tet.

Ver­schie­de­ne Fak­to­ren haben Fra­gen zur Behand­lungs­qua­li­tät der endo­sko­pi­schen Neben­höh­len­chir­ur­gie (endo­sco­pic sinus sur­ge­ry, ESS) auf­ge­wor­fen, dar­un­ter auch das Auf­tre­ten gro­ßer geo­gra­fi­scher Abwei­chun­gen bezüg­lich des Aus­ma­ßes der Ein­grif­fe, unzu­rei­chend defi­nier­ter Indi­ka­tio­nen sowie des Feh­lens von ESS-spe­zi­fi­schen Qua­li­täts­me­tri­ken. Im Zusam­men­spiel mit einem Risi­ko für grö­ße­re Kom­pli­ka­tio­nen, stellt die ESS ein wich­ti­ges Ziel für Qua­li­täts­stei­ge­run­gen in der Ver­sor­gung dar.

Ein Team kana­di­scher Oto­la­ryn­go­lo­gen hat nun die Unter­schie­de hin­sicht­lich der indi­vi­du­el­len Leis­tung der Chir­ur­gen bei der ESS-The­ra­pie eva­lu­iert; sie bedien­ten sich hier­zu einer risi­ko­ad­jus­tier­ten 5-Jah­res-Revi­si­on der ESS als Qua­li­täts­maß. In die­ser retro­spek­ti­ven Stu­die wur­den die Daten erwach­se­ner Pati­en­ten mit chro­ni­scher Rhi­no­si­nu­si­tis (CRS) und pri­mä­rer ESS ana­ly­siert, die zwi­schen März 2007 und März 2010 in der kana­di­schen Pro­vinz Alber­ta behan­delt wur­den. Der Stu­di­en­end­punkt wur­de duch das 5-Jah­res Fol­low-up in 2015 mar­kiert. Pri­m­ärziel war die ESS-Revi­si­ons­ra­te.

Ins­ge­samt 43 Chir­ur­gen führ­ten in dem genann­ten Zeit­raum pri­mä­re ESS bei 2168 Pati­en­ten mit CRS durch. Inner­halb von 5 Jah­ren nach der Pri­märthe­ra­pie war bei 239 Pati­en­ten ein erneu­ter Ein­griff nötig. Die Revi­si­ons­ra­te lag nach 5 Jah­ren somit bei 10,6 % (2,4–28,6 %).

Nach Anwen­dung einer Risi­ko­an­pas­sung und einem 95 %-igen Konfidenz­intervall auf jeden ein­zel­nen Chir­ur­gen, zeig­te sich bei 7 Chir­ur­gen (16 %) eine gerin­ge­re und bei 2 Chir­ur­gen (5 %) eine höhe­re Leis­tung als erwar­tet.
Drei Varia­blen zeig­ten einen signi­fi­kan­ten Zusam­men­hang mit der ESS-Revi­si­ons­ra­te: das Vor­lie­gen von nasa­len Poly­pen (Chan­cen­ver­hält­nis 2,07, 95 % Kon­fi­denz­in­ter­vall, 1,59 – 2,70), höhe­rer Jah­res­ver­brauch sys­te­mi­scher Kor­ti­kos­te­ro­ide (Chan­cen­ver­hält­nis 1,33, 95 % Kon­fi­denz­in­ter­vall, 1,19 – 1,48) und gleich­zei­ti­ge Sep­t­um­plas­tik (Chan­cen­ver­hält­nis 0,70, 95 % Kon­fi­denz­in­ter­vall, 0,55 – 0,89).

Die Erhe­bung einer Chir­ur­gen-spe­zi­fi­schen Leis­tung bei ESS ist nach Ansicht der Auto­ren geeig­net, Infor­ma­tio­nen für eine mög­li­che Ver­bes­se­rung der chir­ur­gi­schen Qua­li­tät zu lie­fern. Obwohl das gro­ße Feld der eva­lu­ier­ten Chir­ur­gen in Bezug auf die ESS-Leis­tung nahe bei­ein­an­der lag, zeig­te ein nicht klei­ner Anteil (16 %) eine schlech­te­re Leis­tung als man hät­te erwar­ten kön­nen. (am)

Quel­le: Rud­mik et al. Eva­lua­ting Sur­ge­on-Spe­ci­fic Per­for­mance for Endo­sco­pic Sinus Sur­ge­ry. JAMA Oto­la­ryn­gol Head Neck Surg 2017 Sep 1;143(9):891–898.

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