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Management

​Gute Teamführung kann erlernt werden

01.03.2017
von Dr. Andrea Schuhmacher
Foto: © Coloures-pic - Fotolia.com

Starke Praxis-Teams zeichnen sich besonders dadurch aus, auch im stressigen Praxisalltag und bei unvorhersehbaren Herausforderungen gut zu kooperieren und souverän zu handeln. Erfahrungsgemäß leistet ein gut eingespieltes Praxisteam einen erheblichen Beitrag zum Erfolg einer Arztpraxis.

Auf die Entwicklung von Mitarbeitern zu einem leistungsfähigen Team, sind Ärzte zu Beginn ihrer ärztlichen Tätigkeit meist nicht vorbereitet. Denn im Laufe ihrer Aus- und Weiterbildungszeit erwerben Ärzte zwar unglaublich viel Fachwissen, aber darauf, dass sie irgendwann als Vorgesetzte Mitarbeiter/innen führen und ggf. ein ganzes Team leiten müssen, werden sie nicht vorbereitet.
 
Dabei lässt sich diese Art von Fachwissen genauso erlernen, wie die Kunst der Patientenbehandlung. Der häufigste Fehler steckt bereits in der Annahme, dass das Team alles eigenständig regeln kann.
 
Zum Beispiel ist es bei Konflikten besonders wichtig, sich als Vorgesetzter frühzeitig einzuschalten. Denn Streit im Praxisteam kann schnell eskalieren und zu einer Frontenbildung oder gar Spaltung des Teams führen. Erfahrungsgemäß beschäftigen sich die Konfliktbeteiligten dann circa drei bis vier Stunden pro Woche nur mit dem Konflikt. Dadurch geht wertvolle Arbeitszeit verloren. Weiterhin existiert natürlich auch das Risiko, dass Patienten solche Streitigkeiten während ihrer Wartezeit mitbekommen und weitererzählen. Dies hat zwangsläufig negative Auswirkungen auf den Ruf der Praxis.
 
 
Teamführung im Praxisalltag meist schwierig
Besonders im Umgang mit dem Team sehen sich Ärzte oft in Situationen, die sie irritieren. In solchen Situationen hilft etwas psychologisches Know-how, wie Teams „ticken“. So ärgern sich viele Ärzte z.B. über das mangelnde Engagement der Einzelnen in Teambesprechungen und stellen deshalb die Effizienz solcher Besprechungen in Frage. Hier sind Erklärung und Lösung jedoch ganz einfach: Wenn Menschen in einer Gruppe an einem gemeinsamen Ziel arbeiten, reduziert sich die Leistung des Einzelnen. Der Effekt tritt immer dann ein, wenn unklar ist, wie viel jeder zur Gesamtleistung beiträgt. Dieses Zurücklehnen in der „sozialen Hängematte“ ist normal. Es ist weder die Folge mangelnder Führung, noch Ausdruck von Unwillen auf Seiten einzelner Mitarbeiter.
 
Es lässt sich jedoch ganz leicht gegensteuern, indem neben Teamaufgaben auch individuelle Aufgaben verteilt werden, die die Leistung des Einzelnen sichtbar machen. Wenn zum Beispiel als gemeinsames Praxis-Projekt geplant ist, die Patientenzufriedenheit über verbesserten Service und patientenorientierte Kommunikation zu erhöhen, dann sollten erst einzelne Aspekte, wie beispielsweise Telefonservice, Wartezeiten oder Kommunikation mit anspruchsvollen Patienten, zur Vorbereitung an einzelne Mitarbeiter gegeben werden. Die damit geschaffene Basis kann im Anschluss mit dem gesamten Praxisteam weiterentwickelt werden. Bei diesem Vorgehen kann sich niemand zurückziehen, jeder Beitrag ist sichtbar.
 
Fazit:
Eine adäquate Teamführung und -entwicklung im Praxisalltag ohne fundiertes Hintergrundwissen gestaltet sich für viele Praxisinhaber naturgemäß sehr schwierig, da das Hauptaugenmerk auf der Behandlung von Patienten liegt. Um den Praxisinhaber zu entlasten, kann dieser wichtige Aufgabenbereich daher durchaus auf eine/n Praxismanager/in oder eine Ersthelferin übertragen werden.
 
Tipp:

Im Rahmen der Fresh-up-Serie für MFA, Praxismanagerinnen und Praxispersonal bietet die Frielingsdorf Akademie vom 17. bis zum 18. März 2017 ein zweitägiges Seminar mit  Dr. Andrea Schuhmacher zum Thema „Teamentwicklung“ in Köln an.
 

Foto: © Coloures-pic - Fotolia.com