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Marburger Bund fordert Tabakwerbeverbot

Hoher volkswirtschaftlicher Schaden

23.08.2016
Bild: © Balint Radu - Fotolia.com

Ein Tabakwerbeverbot rechnet sich auch für die Wirtschaft. Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes, fordert, dass der Gesetzentwurf der Bundesregierung endlich beraten werden muss.

„Rauchen ist nicht nur eines der größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken – die damit verbundene Krankheitslast ist auch ein massiver Schaden für das Gesundheitswesen und die gesamte Wirtschaft. Auch deshalb brauchen wir jetzt endlich ein umfassendes Tabakwerbeverbot, damit gerade Kinder und Jugendliche nicht länger durch Außenreklame und Kinowerbung buchstäblich zum Rauchen verführt werden“, fordert Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes. Das Bundeskabinett hat bereits am 20. April 2016 einen Gesetzentwurf zur Änderung des Tabakerzeugnisgesetzes beschlossen, der aus Gründen des Jugendschutzes ein weitgehendes Verbot der Tabakwerbung auf Plakaten und im Kino vorsieht. „Der Gesetzentwurf der Bundesregierung muss nun endlich im Bundestag beraten werden. Die Fakten liegen längst auf dem Tisch. Das Tabakwerbeverbot ist nicht nur gesundheitspolitisch geboten – es rechnet sich auch für die Wirtschaft“, so Henke.

Nach Berechnungen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) aus dem Jahr 2015 betragen die direkten und indirekten Kosten durch Tabakkonsum jährlich insgesamt rund 79 Milliarden Euro. Die direkten Kosten erfassen den Wert der Güter, die im Gesundheitswesen aufgrund von tabakbedingten Erkrankungen verbraucht werden. Dazu zählen Arzneimittel sowie medizinische Leistungen wie Operationen und Rehabilitationsmaßnahmen. Das DKFZ beziffert diese direkten Kosten für das Gesundheitswesen auf 25,41 Milliarden Euro pro Jahr.

Die indirekten Kosten erfassen Verluste, die der Volkswirtschaft durch das tabakbedingte vorzeitige Ausscheiden aus der Berufswelt entstehen. Indirekte Kosten sind somit Produktivitätsausfälle einer Volkswirtschaft. Nicht nur der frühzeitige Tod, sondern auch krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit, Pflege und Rehabilitation sowie die unfreiwillige Arbeitslosigkeit verursachen Produktionsausfälle. Das DKFZ beziffert die indirekten Kosten des Rauchens auf jährlich rund 53,68 Milliarden Euro. Danach schlagen Arbeitsunfähigkeit oder Erwerbsminderung mit 12,1 Milliarden Euro zu Buche, Ausfälle durch kurz- und langfristige Arbeitslosigkeit, Pflegebedürftigkeit sowie Rehabilitation kosten die Wirtschaft jährlich 21,8 Milliarden Euro.
 

Bild: © Balint Radu - Fotolia.com