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Gold Level ELSO Award

Auszeichnung für Greifswalder Intensivmediziner

23.08.2017
Ein Patient an einer ECMO-Anlage in der Klinik für Innere Medizin B. (Foto: Hans-Werner Hausmann/UMG)

Als zweites Deutsches Zentrum nach Regensburg hat die Greifswalder Klinik für Innere Medizin B von der Extracorporeal Life Support Organization mit Sitz in Ann Arbor (USA/Michigan) den Gold Level ELSO Award for Excellence in Life Support erhalten. 

Damit werden weltweit exzellente ECMO-Zentren prämiert, die auf hohem Niveau Menschen mit einem Ausfall der Herz- und Lungenfunktionen behandeln.

„Diese internationale Anerkennung ist für unser gesamtes Team, für unsere Arbeit am Patienten und für eine hochwertige Ausbildung eine enorme Bestätigung. Jeder Betroffene, den wir mit unserer Spitzenmedizin ein neues Leben schenken können, ist der Lohn für unseren Einsatz und unsere Forschung“, sagte Prof. Stephan Felix, Direktor der Klinik für Innere Medizin B an der Universitätsmedizin Greifswald. „Der ELSO Award bedeutet für die Patienten und ihre Familien, dass sie sich auf höchste Qualitätsstandards, spezialisierte Geräte und Verbrauchsmaterialien sowie eine entsprechende intensive Weiterbildung aller Mitarbeiter verlassen können.“

Wenn Herz und Lunge versagen

Vor einem Jahrzehnt waren herkömmliche Herz-Lungen-Maschinen noch 200 Kilogramm schwer und stationär gebunden. Inzwischen sind die Geräte, die über einen gewissen Zeitraum die Funktionen von Herz und Lunge übernehmen können, handlich klein und transportabel. Die Mini-HLM können auch in Rettungswagen oder Hubschraubern eingesetzt werden und kosten ca. 60.000 Euro. Notwendig wird der maschinelle Lebensretter vor allem bei schwersten Lungenfunktionsstörungen und Herz-Kreislaufversagen. Jedes Jahr sind auch schwere Grippefälle betroffen.

Die Internistische Intensivmedizin in der Klinik für Innere B mit 18 Betten verfügt über eine hochmoderne Intensivstation mit neuester Technologie für alle Organersatzverfahren, darunter die ECMO Gleichzeitig können vier ECMO-Patienten auf dieser Intensivstation behandelt werden. „Aufgrund der bereits zehnjährigen Erfahrung mit der Methode bekommen wir Patienten aus ganz Norddeutschland“, sagte Oberärztin Dr. Sigrun Friesecke, die das ECMO-Zentrum gemeinsam mit Oberarzt Dr. Peter Abel leitet. „In erster Linie sind wir aber ein ECMO-Zentrum für die Kliniken im Land. Manchmal geht es auch andersrum. So konnten wir unter anderem einen Urlauber mit Herz-Lungen-Maschine in sein Heimatkrankenhaus nach Heidelberg fliegen“, so Friesecke.

„Ohne die moderne Technik wären fast alle unserer ECMO-Patienten ohne Überlebenschance," betont Oberarzt Dr. Peter Abel. "Viele sind äußerst dankbar über ihre Rückkehr ins Leben und kommen uns regelmäßig besuchen. Je nach Schwere der Erkrankung oder Dauer der Reanimation ist auch wieder ein völlig normaler Alltag in gewohnter Lebensqualität möglich." Mit dem Anschluss an die lebensrettenden Maschinen beginnt für die Patienten ein meist langwieriger Aufbau- und Entwöhnungsprozess, der in der Regel mit Medikamenten und operativen Eingriffen, aber auch mit Selbstheilungskräften des Körpers, Physiotherapie und sehr viel Geduld verbunden ist.

Die 1989 gegründete *Extracorporeal Life Support Organisation (ELSO) ist ein internationales Non-Profit-Konsortium von Gesundheitszentren und Einzelpersonen, die sich der Entwicklung, Erforschung, Bewertung und Verbesserung der extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) und anderen innovativen Therapien zur Unterstützung von Organsystemen widmet. Das Ziel von ELSO ist es, ECMO-Programme zu fördern, die das höchste Maß an Leistung, Innovation, Zufriedenheit und Qualität erreichen. 

 

Ein Patient an einer ECMO-Anlage in der Klinik für Innere Medizin B. (Foto: Hans-Werner Hausmann/UMG)