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DGS

Neue Konzepte

31.03.2017
Veranstalter des 2. Nationalen Versorgungsforum Schmerz in Berlin: v.l.: PD Dr. Michael Überall (Präsident DSL), Dr. Gerhard Müller-Schwefe (Präsident DGS) und Prof. Dr. Dr. Joachim Nadstawek (Vorsitzender BVSD). Foto: © DGS/Lopata

Netzwerke für eine bessere ambulante Versorgung - die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) präsentiert neue Konzepte.

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS), die Versorgergesellschaft für Schmerzpatienten, präsentierte beim diesjährigen Deutschen Schmerz- und Palliativtag, der vom 22. bis 25. März in Frankfurt stattfand, ein neues Konzept für eine bessere ambulante Versorgung von Schmerzpatienten. Die Idee: Es sollen Netzwerke gebildet werden, die alle Beteiligten in der Versorgung und die Patienten miteinander verbinden. Das Konzept wurde zuvor gemeinsam mit Vertretern von Krankenkassen, Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und gesundheitspolitischen Sprechern der Bundestagsparteien beim 2. Nationalen Versorgungsforum Schmerz in Berlin diskutiert. Um die Versorgung der rund 3,4 Millionen schwerstkranken Schmerzpatienten in Deutschland zu verbessern, plant die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) den Aufbau von Netzwerken, die sich um die individuelle Behandlung jedes einzelnen Patienten kümmern. Zu den Netzwerken sollen Hausärzte, Schmerzmediziner, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten und algesiologische Fachassistenten gehören. Ein Netzwerk-Manager koordiniert die Behandlung in den verschiedenen Fachdisziplinen. Voraussetzungen für die Umsetzung dieses Konzeptes sind laut Dr. Gerhard Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin, Fortbildungen für alle Beteiligten in den Netzwerken und politische Unterstützung.
Im nächsten Schritt soll auf Basis der Diskussion beim 2. Nationalen Versorgungsforum in Berlin ein Positionspapier erarbeitet werden, in dem konkrete Umsetzungsvorschläge dieses Konzeptes beschrieben werden.

Eine Unterstützung für die Zusammenarbeit in Netzwerken bietet schon heute das Online-Dokumentationssystem iDocLive®. Dieses dient als Basis für die Dokumentation und Auswertung von Schmerzart, Schmerzstärke, Schmerzdauer, Beeinträchtigung im Alltag, Lebensqualität und Behandlungsverlauf. Die jederzeit online verfügbaren Daten erleichtern den behandelnden Ärzten und dem medizinischen Fachpersonal die patientenindividuelle Therapiebegleitung. Gleichzeitig stehen die Daten anonymisiert für Fragestellungen der Versorgungsforschung im DGS-PraxisRegister Schmerz zur Verfügung, das mit aktuell fast 150.000 dokumentierten Behandlungsfällen das weltweit größte Pharma-unabhängige Schmerzregister darstellt.

Ein weiteres zentrales Thema beim diesjährigen Schmerz- und Palliativtag war die Nachwuchsförderung. Die Anzahl der Patienten mit chronischen Schmerzen nimmt zu, die aktuell in der Schmerzmedizin tätige Ärztegeneration wird immer älter, gleichzeitig interessieren sich immer weniger junge Ärzte für die Schmerzmedizin. Daher entwickelt die DGS Fortbildungskonzepte, die sich gezielt an junge Mediziner richten und arbeitet an der Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen, die auch eine angemessene Vergütung der schmerzmedizinischen Tätigkeit berücksichtigen. Das Ziel der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin: Wir wollen heute und in Zukunft die Versorgung von Schmerzpatienten wohnortnah sicherstellen.
 

Veranstalter des 2. Nationalen Versorgungsforum Schmerz in Berlin: v.l.: PD Dr. Michael Überall (Präsident DSL), Dr. Gerhard Müller-Schwefe (Präsident DGS) und Prof. Dr. Dr. Joachim Nadstawek (Vorsitzender BVSD). Foto: © DGS/Lopata