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startsocial-Stipendium 2017

Bundeskanzlerin zeichnet jungen Mediziner aus

12.05.2017
Titus Brinker. Foto: © Universitätsklinikum Essen

Seit April 2017 ist Titus Brinker Mitarbeiter der Hautklinik des Universitätsklinikums Essen und erhielt als erster Berufseinsteiger eine „Clinician Scientist Stelle", eine Kombination aus ärztlicher und wissenschaftlicher Tätigkeit.

Der 26-Jährige gründete 2012, im dritten Semester seines Medizinstudiums in Gießen das Projekt Aufklärung gegen Tabak: Heute klären über 1.500 Medizinstudierende von 28 deutschen, vier österreichischen und zwei schweizer Universitäten pro Jahr ehrenamtlich 23.800 Schüler der siebten Klassen wirksam über das Rauchen auf, bilden hunderte angehende Ärzte für die fundierte Entwöhnung am Patienten aus und betreiben die größten Tabakpräventionsstudien weltweit. 59 Medizinfakultäten in 11 weiteren Ländern konnten von Brinker als Education Against Tobacco in die Aktivität eingebunden werden. Das Netzwerk hat zwei wissenschaftlich fundierte Apps mit über 400.000 Nutzern für die Schulprävention entwickelt, die auch von Unternehmen wie BMW zur Entwöhnung von Mitarbeitern eingesetzt werden. Approbierte Mitglieder treten in dem ebenfalls von Brinker gegründeten als Ärzteverband Tabakprävention mit der Politik in den Dialog.

Für diese Leistung wird der vielfach ausgezeichnete Mediziner nun im Kanzleramt von Angela Merkel geehrt: Rund 400 ehrenamtliche Projekte bewarben sich im Sommer 2016 für das startsocial-Stipendium der Kanzlerin, nur 100 davon erhielten nach Begutachtung einer externen Jury das Stipendium, darunter der von Brinker gegründete Aufklärung gegen Tabak e.V. Nur 25 von diesen 400 Projekten wurden jetzt nach einer weiteren Begutachtungsphase in das Bundeskanzleramt eingeladen und sollen von Dr. Angela Merkel in einer festlichen Zeremonie geehrt werden. Als Gründer und Vorsitzender des Aufklärung gegen Tabak e.V., der von einer Expertenjury zu den 5% der besten ehrenamtlichen Projekte in Deutschland auserkoren wurde, wird Brinker vom Bundeskanzleramt Anfang Juni nach Berlin eingeladen.
 
Bei seiner Bewerbung an der Hautklinik stand jedoch vor allem seine wissenschaftliche Leistung im Vordergrund: "Herr Brinker hat bereits während seines Medizinstudiums Forschungsgelder im hohen sechsstelligen Bereich für seine Forschung einwerben können und leitet die größten Tabakpräventionsstudien weltweit. Diese Leistung verdient Anerkennung und Förderung.",  so Professor Schadendorf, Direktor der Hautklinik. Bereits in 2014 erhielt Brinker von Angela Merkel im Rahmen des startsocial Wettbewerbs den Bundespreis für sein Engagement. "Die Auszeichnung durch die Kanzlerin ist eine schöne Anerkennung für alle ehrenamtlichen Mitarbeiter unseres mittlerweile multinationalen Netzwerks und hilft, die Akzeptanz des Nichtrauchens weiter zu stärken. Ich bin der Uniklinik Essen dankbar für die Förderung meiner Forschung."

Brinker entwickelte bereits 2014 seine erste Entwöhnungs-App Smokerface und entwickelte in diesem Zusammenhang sein Interesse für Dermatologie. Die App altert 3D-Selfies und zeigt dem Nutzer, wie er oder sie in 15 Jahren mit oder ohne Rauchen aussehen würde. "Eine kreative Entwicklung, die auf beeindruckende Weise die Interdisziplinarität und das Potential dermatologischer Forschung  aufzeigt.", lobt Personaloberarzt PD Dr. Klode die Entwicklung des jungen Kollegen.
 

Titus Brinker. Foto: © Universitätsklinikum Essen