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Endoskopische Adipositas-Therapien

UK Leipzig: Studienteilnehmer gesucht

03.08.2017
Prof. Albrecht Hoffmeister, Leiter der Interdisziplinären Endoskopie und Sonografie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL), bei einer endoskopischen Untersuchung., Foto: Stefan Straube / UKL
Prof. Albrecht Hoffmeister, Leiter der Interdisziplinären Endoskopie und Sonografie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL), bei einer endoskopischen Untersuchung., Foto: Stefan Straube / UKL

Seit Jahresbeginn läuft unter Federführung von Prof. Albrecht Hoffmeister, Leiter der Interdisziplinären Endoskopie und Sonografie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) die WET-Studie (Weight-loss Endoscopy Trial). Sie prüft die Wirksamkeit von endoskopischen Adipositas-Therapien. Menschen, die Gewicht verlieren möchten, kann das UKL eine Teilnahme an dieser Studie anbieten.

„Wir können übergewichtigen Menschen mit einem Körpermasseindex (BMI) von mehr als 35 beziehungsweise von mehr als 30, wenn gleichzeitig Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck auftreten, eine Studienteilnahme ermöglichen", sagt Studienleiter Prof. Albrecht Hoffmeister. Die Teilnehmer sollten älter als 18 Jahre sein, das Geschlecht spiele keine Rolle.

Drei Behandlungsgruppen

Zwei Voraussetzungen müssen laut Mitteilung des Universitätsklinikums Leipzig erfüllt sein: Eine bereits erfolgte konservative Vorbehandlung führte nicht zur gewünschten Gewichtsreduktion, und der Interessent darf noch keine Voroperation am Magen gehabt haben.

Die Teilnehmer werden auf drei Behandlungsgruppen aufgeteilt. Alle erhalten eine Magenspiegelung. Eine Gruppe erhält im Zuge der Spiegelung einen Magenballon, der die Menge an Essen, die aufgenommen werden kann, reduziert. Bei der zweiten Gruppe wird ein 60 Zentimeter langer Kunststoffschlauch in den  Dünndarm eingesetzt. Der Schlauch reduziert die Aufnahme von Nährstoffen in diesem Teil des Verdauungstrakts und beeinflusst die Freisetzung verschiedener Botenstoffe, welche eine wichtige Rolle bei der Adipositas und Diabetes mellitus spielen. Eine dritte Gruppe erhält, wie die beiden anderen Gruppen, eine Magenspiegelung, allerdings folgt danach lediglich die Standardtherapie bei starkem Übergewicht: Ernährungsberatung und Bewegungsempfehlungen.

„Wer in welche Gruppe gelangt", erläutert Prof. Hoffmeister, lost ein Computer zufällig aus im Verhältnis 2:2:1, das heißt, nur 20 Prozent sind in der dritten, in der Kontrollgruppe. „Weder die Teilnehmenden noch die Ärzte erfahren, in welcher Behandlungsgruppe die Probanden sind."

Teilnahme kostenlos

Oberstes Ziel sei natürlich die Reduzierung des Körpergewichts. „Gleichzeitig schauen wir aber auch nach den Begleiterkrankungen, ob der Blutzuckerwert sinkt, ob der Blutdruck besser wird und ob ganz allgemein die Lebensqualität der Probanden steigt", beschreibt der Studienleiter die Vorgehensweise. Die Teilnahme sei völlig frei von Kosten, auch für die Krankenkasse. „Personen, bei denen die Krankenkasse bereits einmal einen Eingriff abgelehnt hatte, können sich also ebenfalls melden", betont Hoffmeister.

Sprechstunde an Freitagen

Für kommende Studienteilnehmer ist nach Angaben des Universitätsklinikums eine Extra-Sprechstunde eingerichtet worden: Sie findet freitags bei Dr. Marcus Hollenbach (Telefon: 0341 / 97-12362) statt. Wer an der Studie teilnehmen oder sich zur Sprechstunde anmelden möchte, kann sich per Email melden: Dr. Marcus Hollenbach: Marcus.Hollenbach@medizin.uni-leipzig.de oder Studienleiter Prof. Hoffmeister: Albrecht.Hoffmeister@uniklinik-leipzig.de.
 
 

Prof. Albrecht Hoffmeister, Leiter der Interdisziplinären Endoskopie und Sonografie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL), bei einer endoskopischen Untersuchung., Foto: Stefan Straube / UKL