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Helicobacter pylori

bng: "​Versorgungssituation könnte besser sein"

27.02.2017
Abbildung: © fotoliaxrender - fotolia.com

Der Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands (bng) mahnt zur Einhaltung der S2k-Leitlinie "Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit".

Die Infektion mit dem Magenkeim Helicobacter ist in der Bevölkerung weit verbreitet. Meist verläuft sie harmlos, aber im Einzelfall kann sie zu Beschwerden führen, die Geschwüre oder sogar Magenkrebs nach sich ziehen können. „Es gibt klare Regeln für Diagnose und Therapie“, sagt Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Gastroenterologen „Dennoch finden immer noch nicht alle Betroffenen eine angemessene Versorgung.“

Mainz äußert sich vor dem Hintergrund der Veröffentlichung einer verbesserten Neuauflage der ärztlichen Leitlinie im Publikationsorgan der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Darin sind insbesondere Risiken aufgelistet, bei denen der Test auf eine mögliche Helicobacter-Infektion veranlasst werden soll. Eine Umfrage unter Hausärzten im Raum Aschaffenburg hat gezeigt, dass dieser Test im Befragungszeitraum beispielsweise nur bei 76 Prozent der Patienten mit Magengeschwüren und nur bei 55 Prozent der Patienten mit Magenkrebs in der Familie tatsächlich durchgeführt worden ist.

„Der Test ist eine wichtige Grundlage für das Abwägen der weiteren Maßnahmen in jedem Einzelfall“, betont die Gastroenterologin. "Eine Eradikationstherapie kann im Falle einer Infektion nicht nur die akuten Beschwerden einer Magenschleimhautentzündung, eines Magen- oder eines Zwölffingerdarmgeschwürs lindern, sondern verhindert auch die erneute Bildung von Geschwüren und die Entstehung eines Magenkarzinoms. Bei nahen Verwandten von Magenkrebspatienten oder bei Menschen, die bereits eine Krebserkrankung in der Frühphase durchgemacht haben, sollte auch getestet werden, wenn die Betroffenen keine Beschwerden haben."

„Die Therapie kann im Grunde vom Hausarzt durchgeführt werden“, sagt Mainz. „Dies setzt allerdings eine genaue Kenntnis der ärztlichen Leitlinie und eine sorgfältige Berücksichtigung der dort beschriebenen Kriterien für die geeignete Therapieform voraus. Der Gastroenterologe kennt sich mit den Therapiealternativen bestens aus und unterstützt bei komplizierten Fällen, bei denen beispielsweise eine Therapieform versagt oder wenn Antibiotika-Resistenzen vorliegen.“

 

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