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Hepatitis-C-Wirkstoff vor dem EPA

Organisationen fordern kostengünstigere Generika

28.03.2017
Symbolfoto: © tashatuvango - fotolia.com

Nicht-Regierungsorganisationen kämpfen weiter gegen Patente auf ein sehr wirksames, aber teures Medikament gegen Hepatitis C. 

Die Organisationen "Ärzte der Welt", "Ärzte ohne Grenzen" und knapp 30 andere Organisationen haben beim Europäischen Patentamt (EPA) einen Einspruch gegen ein neues Patent auf den Wirkstoff Sofosbuvir eingereicht. Sie wollen damit die Herstellung von kostengünstigeren Generika ermöglichen.

Das US-Pharmaunternehmen Gilead Sciences hatte das Patent im Juni 2016 angemeldet, als bereits ein Einspruch von Ärzte der Welt gegen ein erstes Patent auf das Medikament lief. Im Oktober schränkte das EPA dieses Patent ein. Direkte Konsequenzen für die Behandlung Hunderttausender Menschen hatte die EPA-Entscheidung aber nicht. Beide Seiten werteten die Entscheidung als Erfolg, legten aber Rechtsmittel ein. Darüber muss das EPA noch entscheiden.

"Patente sind die Grundlage der überhöhten Preise, die Patienten und Gesundheitssysteme in Europa belasten", sagt François De Keersmaeker, Direktor von Ärzte der Welt Deutschland am Montag.

In Deutschland leiden rund 270 000 Menschen an Hepatitis C. Laut dem gemeinnützigen Verein "Ärzte der Welt" kostet eine zwölfwöchige Behandlung hierzulande rund 43 000 Euro. Weltweit leben laut Ärzte der Welt mehr als 80 Millionen Menschen mit Hepatitis C. Hohe Preise verhinderten in vielen Ländern den Zugang zu lebensrettenden Medikamenten. (dpa/lby)

 

Symbolfoto: © tashatuvango - fotolia.com