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Krankenhaus Husum

1,1 Millionen Euro für vierten Kreißsaal

15.03.2017
Bild: © qualitystock - Fotolia.com

Sylt, Föhr, Niebüll: Innerhalb weniger Jahre sind drei Geburtsstationen in Nordfriesland geschlossen worden. Daran soll nicht gerüttelt werden. Aber jetzt werden Maßnahmen zur Verbesserung der Situation vorgestellt.

An der Ausgangslage soll nicht gerüttelt werden: Die Geburtsstationen auf Sylt, Föhr und Niebüll sollen nicht wieder belebt werden. Solchen Wünschen erteilten Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen und Gesundheitsstaatssekretärin Anette Langner am Dienstag eine Absage. «Wir können die Wege nicht kürzer machen zur nächsten Geburtshilfe-Klinik», sagte Langner am Dienstag in Husum. Aber es könne viel dafür getan werden, die Situation gut zu gestalten. Ähnlich äußerte sich Harrsen.
 
Langner betonte aber: «Die Stärkung der Situation der Geburtshilfe in Schleswig-Holstein und insbesondere in den Kreisen Nordfriesland und Ostholstein hat für die Landesregierung einen hohen Stellenwert.» Als Zeichen dafür überreichte Langner einen Zuwendungsbescheid über 1,1 Millionen Euro für den Bau eines vierten Kreißsaals am Klinikum Nordfriesland am Standort Husum.
 
Die Erweiterung des Kreißsaals ist Teil eines Maßnahmenpakets des Landes zur Verbesserung der Situation. Die Firma OptiMedis hatte zuvor im Auftrag des Gesundheitsministeriums Vorschläge zusammengetragen und in einem Gutachten zusammengeführt. Eine Reihe der daraus abgeleiteten Maßnahmen werde bereits umgesetzt oder eingeleitet, sagte Langner. Dazu gehörten die Finanzierung der Hebammenrufbereitschaft auf den Inseln Sylt und Föhr sowie der Ausbau der Kapazitäten für eine vorgeburtliche Unterbringung (Boarding) in Husum und Flensburg.
 
In Flensburg gebe es dazu schon Absprachen mit dem Diakonissen-Krankenhaus, erklärte Langner. Zudem sollen nicht nur in Husum die Kreißsaalkapazitäten erweitert werden, sondern auch in Flensburg und Kiel. Auch der Umbau der Wöchnerinnenstation in Lübeck werde unterstützt. Insgesamt stehen dafür rund sechs Millionen Euro zur Verfügung.
 
Die gezielte Weiterbildung des Rettungsdienstes und die Aufnahme eines Baby-Notarztwagens in das Rettungsdienstgesetz gehören ebenfalls zu den Maßnahmen. «Oberstes Ziel ist die Sicherheit von Mutter und Kind», sagte Langner.
 
Die Zahl der Entbindungen in Husum hat deutlich zugenommen - von 586 im Jahr 2012 auf 807 im vergangen Jahr. Der Anstieg hänge aber nicht nur damit zusammen, dass Frauen von den Inseln und aus Niebüll nun in Husum ihr Kind zur Welt brächten, sagte Landrat Harrsen. Das Plus liege auch am deutlichen Geburtenanstieg insgesamt.
 
Dieser Trend gilt landesweit: Insgesamt hat die Zahl der Entbindungen in den Geburtskliniken des Landes deutlich zugenommen. Seit 2012 stieg die Zahl der Geburten von 19.301 auf 21.950. (dpa)
 

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