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«Onko-Lotsen» helfen Patienten

Saarländisches Onkologie-Projekt kann starten

17.05.2017
von Katja Sponholz, dpa
Foto: © momius - fotolia.com

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache. Pro Jahr erkranken in Deutschland rund 500 000 Menschen neu daran. Bei Patienten mangelt es oft an Informationen. Das saarländische Projekt «PIKKO» will hier Abhilfe schaffen.

Wenn Patienten erfahren, dass sie Krebs haben, fühlen sich oft überfordert, schlecht informiert und allein gelassen. Im Saarland sollen sie künftig zehn «Onko-Lotsen» zur Seite gestellt bekommen, die sie durch die komplette Behandlung begleiten. Das sieht das neue Projekt «PIKKO» («Patienteninformation, -kommunikation und Kompetenzförderung in der Onkologie») vor, das am 1. August offiziell startet. Vom Innovationsfonds der Bundesregierung wird es mit knapp 3,6 Millionen Euro gefördert.
 
«PIKKO» ist ein Gemeinschaftsprojekt der IKK Südwest mit der Deutschen Krebsgesellschaft, der Saarländischen Krebsgesellschaft, dem Universitätsklinikum Jena, der Techniker Krankenkasse und der Knappschaft. Vergangene Woche stellten sie die Ziele des Projekts, das zunächst auf drei Jahre angelegt ist, bei einer Auftaktveranstaltung in Saarbrücken vor.
 
Der «Onko-Lotse» gilt als Herzstück des neuen Informations- und Beratungsmodells. Er soll sich Zeit nehmen, die persönliche Situation des Patienten kennenzulernen und ein Vertrauensverhältnis zu ihm aufbauen. Auch seelische Belastungen und die Veränderung sozialer Beziehungen sollen dabei thematisiert werden können. Hinzu kommt eine neu entwickelte Onko-Datenbank: ein digitales Informationsportal für Tumorpatienten, das als bislang einzigartig in Deutschland gilt. Die Informationen rund um das Thema Krebs zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie leicht verständlich sind und sich individuell an den Bedürfnissen der Versicherten orientieren.
 
«Unser Kerngedanke und elementare Motivation ist, den Menschen unmittelbar nach einer Krebsdiagnose zur Seite zu stehen», sagte Jörg Loth, Vorstand der IKK Südwest. «Mit «PIKKO» können wir eine echte Versorgungslücke schließen».
 
Das sieht auch die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) so: «Mit «PIKKO» wird ein Mehrbedarf an Unterstützungsangeboten für krebskranke Patientinnen und Patienten gedeckt», sagte sie. «Darüber hinaus ist das Saarland durch seine Größe und der guten Vernetzung der Beteiligten prädestiniert für eine erfolgreiche Durchführung dieses Modellvorhabens.»
 
Geplant ist, dass «PIKKO» nach der dreijährigen Projektphase bundesweit etabliert wird. (dpa/sf)
 

Foto: © momius - fotolia.com