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Radiotherapie plus Cetuximab

Organerhalt bei Kehlkopfkrebs

14.07.2017
Foto: © momius - Fotolia.com

In einer Phase-II-Studie wurde evaluiert, inwieweit die Zugabe von Cetuximab zur konventionellen Strahlentherapie den Organerhalt bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Kehlkopfkrebs optimieren kann.

Im Rahmen der Studie erhielten die Patienten drei Zyklen Induktionschemotherapie mit TPF (Docetaxel, Cisplatin, and 5-Fluorouracil); Responder erhielten eine konventionelle Bioradiotherapie (BRT) mit Cetuximab. Bei den Patienten, die nach BRT Lymphknotenbefall zeigten, wurde eine Halsdissektion zwei Monate nach der BRT eingeplant. Patienten, bei denen die Induktionschemotherapie keine Wirkung zeigte, unterzogen sich einer kompletten Laryngektomie plus Halsdissektion und Strahlentherapie. Insgesamt 93 Patienten wurden mittels TPF-Induktionschemotherapie behandelt.

Das Ansprechen der Zielläsionen auf die Induktionschemotherapie verteilte sich folgendermaßen: bei 37 Patienten (40 %) wurde ein komplettes Ansprechen beobachtet; 38 Patienten (41 %) zeigten ein teilweises Ansprechen; bei acht Patienten (9 %) kam es zur Krankheitsstabilisierung; zwei Patienten (2 %) zeigten ein Fortschreiten der Erkrankung und acht Patienten fielen aus der Studie (2 Todesfälle, 5 unerwünschte Ereignisse und 1 Ausfall beim Follow-up). 73 Patienten (78 %) erhielten BRT, davon 72 gemäß Protokoll und ein Patient aufgrund Krankheitsstabilisierung. Das Follow-up geschah nach durchschnittlich 53,7 Monaten. Die drei-Jahres-Raten verhielten sich wie folgt: 70 % SFL (95 % Vertrauensintervall, 60 % - 79 %); 72 % Laryngektomie-freies Überleben (95 % Vertrauensintervall, 61 % - 81 %); 78 % Gesamtüberleben (95 % Vertrauensintervall, 63 % - 82 %). Die SFL-Rate lag klar über dem zuvor festgelegten Grenzwert von 59 %; die Toxizität erwies sich als vertretbar.

Der Einsatz von Cetuximab zusätzlich zur Radiotherapie verbessert nach Dafürhalten der Autoren die Möglichkeiten zum Erhalt des Kehlkopfes bei Patienten mit Kehlkopfkrebs im Stadium III oder IVa, die auf eine Induktionschemotherapie mit TPF ansprechen.

 

Foto: © momius - Fotolia.com