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Chronische Rhinosinusitis

Ungenügender Einsatz von Steroid-Sprays

21.04.2017
Foto: © arborpulchra - Fotolia.com

Patienten mit chronischer Rhinosinusitis sind weiterhin nicht ausreichend mit intranasalen Steroid-Sprays versorgt und setzten diese zu wenig ein, so eine Studie kanadischer Forscher.

Für Patienten mit chronischer Rhinosinusitis sehen die Leitlinien eine Versorgung mit und den täglichen Einsatz eines topischen intranasalen Steroid-Sprays vor. Doch angesichts von Defiziten bezüglich des Einsatzes dieser Sprays scheint es eine Art qualitativer Versorgungslücke zu geben, so kanadische Otolaryngologen in einer kürzlich im „JAMA Otolaryngology – Head and Neck Surgery“ veröffentlichten Studie über die Einsatzmuster von Steroid-Sprays in der kanadischen Bevölkerung.

Die HNO-Ärzte der Universität in Calgary unternahmen ein retrospektives Review anhand einer Datenbank des kanadischen Gesundheitswesens. Eine validierte Falldefinition für „chronische Rhinosinusitis“ kam zum Einsatz und der Gebrauch topischen intranasalen Steroid-Sprays innerhalb der Kohorte für das Fiskaljahr 2014/2015 wurde quantifiziert. Primäre Zielparameter waren die Rate (pro 100 Patienten) sowie die Quantität (pro Patient) des Einsatzes des Nasensprays von Patienten mit chronischer Rhinosinusitis. Sekundäre Zielparameter bildeten die geografischen Veränderungen hinsichtlich Rate und Quantität des Einsatzes von Steroid-Sprays.

Zu dieser Untersuchung wurden die Gesundheitsdaten von 19.057 erwachsenen Patienten mit chronischer Rhinosinusitis ausgewertet. Die Gesamtrate des Spraygebrauchs betrug 20,1 pro 100 Patienten (3821 von 19.057). Von den 3821 Patienten, die im Untersuchungszeitraum ein Steroid-Spray anwendeten, betrug der durchschnittliche Verbrauch 2,4 U (1 U = 1 Fläschchen pro Monat) pro Patient (9314 U geteilt durch 3821 Patienten). Es traten große geografische Variationen im Einsatz der Steroid-Sprays zutage, sowohl in Bezug auf die Rate als auch auf die Quantität.

Im Fazit der Forscher heißt es, dass der Gebrauch von topischen intranasalen Steroid-Sprays durch Patienten mit chronischer Rhinosinusitis weiterhin zu niedrig sei. Angesichts des starken Einflusses einer qualitativ schlechten Gesundheitsversorgung, zeige die Untersuchung, dass es eine Notwendigkeit für die weitere Evaluierung der Faktoren gebe, die zum nicht den Umständen entsprechenden Gebrauch der Sprays führe – obwohl die Leitlinien eindeutig seien. (am)
 

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