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T4-Kehlkopfkrebs

Vergleich: Gesamtüberleben nach Behandlungsmodalität

18.04.2017
Foto: © Sebastian Kaulitzki - fotolia.com

Viele Patienten mit T4-Kehlkopfkrebs bevorzugen kehlkopferhaltende Therapiemaßnahmen. Amerikanische Onkologen haben das Gesamtüberleben von Patienten mit T4-Kehlkopfkrebs nach chirurgischer beziehungsweise organerhaltender Therapie verglichen.

Obwohl die Laryngektomie als bevorzugte Behandlungsmethode für Patienten mit T4-Kehlkopfkrebs gilt, sind viele Patienten unfähig oder unwillig, diese Therapieform durchführen zu lassen und verfolgen daher kehlkopf­erhaltende Maßnahmen wie die Kombination aus Radiotherapie und Chemotherapie. Onkologen der Universität Colorado haben in einer kürzlich in „Cancer“ veröffentlichten Studie anhand von Daten der National Cancer Data Base das Gesamtüberleben von Patienten mit T4-Kehlkopfkrebs nach chirurgischer beziehungsweise organerhaltender Therapie untersucht.

Hierzu durchsuchten sie die National Cancer Data Base nach Patienten, die zwischen 2004 und 20012 mit einem nicht metastasierenden T4-Kehlkopfkrebs diagnostiziert wurden und entweder chirurgisch (Laryngektomie) oder mit adjuvanter Radiotherapie (SRT), nach sieben Tagen Radiotherapie einsetzender begleitender Chemotherapie (CCRT) oder 43 bis 98 Tage vor Radiotherapie beginnender  Induktionschemotherapie (ICRT) behandelt wurden. Multivariate Analysen sowie empirische Matching-Verfahren fanden zur Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Behandlungsform und Gesamtüberleben Anwendung. Rekursive Teilungsverfahren wurden zur Identifizierung der Gruppen eingesetzt, die von den jeweiligen Behandlungsformen besonders profitieren.

In die Untersuchung flossen die Daten von 1559 mit SRT behandelten Patienten, 1597 mit CCRT behandelten Patienten und 386 mit ICRT behandelten Patienten ein. Nach Adjustierung von Kovariablen zeigte sich, dass die CCRT im Vergleich zur SRT mit einem schlechteren Gesamtüberleben einhergeht (Risikoquotient 1,55; 95 % Vertrauensintervall, 1,41 - 1,70; P < 0,01), ebenso im Vergleich mit ICRT (Risikoquotient 1,25; 95 % Vertrauensintervall, 1,07 - 1,45; P < 0,01). Das Gesamtüberleben der mittels SRT behandelten Patienten wich nicht signifikant von dem der ICRT-Kohorte ab (Risikoquotient 0,87; 95 % Vertrauensintervall, 0,73 - 1,03; P < 0,10) - ein Ergebnis, das mittels empirischer Matching-Verfahren bestätigt wurde. Die rekursive Partitionierungsanalyse deckte keine Untergruppe von Patienten auf, die einen Vorteil hinsichtlich des Gesamtüberlebens aus einem der Behandlungsansätze zogen.

Die Gesamtüberlebensrate von SRT-Patienten erscheint, so das Fazit der Autoren, besser als die von CCRT-Patienten, unterscheidet sich aber nur insignifikant von denen, die mittels ICRT therapiert wurden. Da diese verblüffenden Ergebnis einer Validierung bedürfen, sollte nach Dafürhalten der Autoren die SRT als Standardtherapie Anwendung finden. Die organerhaltende ICRT mag jedoch bei manchen Patienten als sinnvolle Alternative erscheinen. (am)
 

Foto: © Sebastian Kaulitzki - fotolia.com