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Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Positivlisten für Arznei- und Heilmittel gefordert

15.03.2017
Foto: © Thomas - fotolia.com

Bei ihrer Sitzung am 11. März hat die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen eine zweite Resolution verabschiedet, in der sie die Umkehrung der bisherigen „Logik“ bei der ärztlichen Verordnung von Arznei- und Heilmitteln fordert.

Bisher werden die verordnenden Ärzte in Haftung genommen und sind damit nach wie vor von teilweise beachtlichen Regressen bedroht. Eine Positivliste, mit der verbindlich geregelt wird, was verordnet werden darf, könnte hier für Abhilfe sorgen. Darüber hinaus, so die Vertreterversammlung, solle die Verordnung von Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie und Hilfsmitteln regressfrei möglich sein.
 
In der Resolution der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen zur Versorgung mit Arznei- und Heilmitteln heißt es: „Im deutschen Gesundheitswesen gibt es ein weltweit einmaliges undurchschaubares Gewirr von Regelungen, die bei der Verordnung von Medikamenten und Heilmitteln beachtet werden müssen. Andernfalls drohen empfindliche Strafen – die im Rahmen des Entlass-Managements zukünftig auch für junge Krankenhaus-Kollegen gelten werden."

Weiter fordern die hessischen Kassenärzte in ihrer Resolution „klare Regelungen, zum Beispiel durch eine Positivliste für die Medikamentenversorgung. Sowie eine regressfreie Regelung für die Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und zur Hilfsmittelversorgung." Ansonsten müssten deutsche Politiker erklären, warum sie eine persönliche Budgethaftung der Ärzte gut finden, für sich selbst aber in vergleichbarer Verantwortung für andere als untragbares Risiko ablehnten.
 

Foto: © Thomas - fotolia.com