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Vermeidung invasiver Eingriffe

PET/CT bei Kopf-Hals-Tumoren wird Kassenleistung

20.03.2017
Foto: © sudok1 – fotolia.com

Patientinnen und Patienten mit bestimmten Kopf-Hals-Tumoren können zukünftig auch mit der Positronenemissionstomographie (PET)/Computertomographie (CT) untersucht werden, so eine Entscheidung des G-BA nach Auswertung der aktuellen Studienlage.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist nach Auswertung der aktuellen Studienlage zu der Erkenntnis gelangt, dass die PET/CT in bestimmten Fällen geeignet ist, die invasiven Eingriffe Neck Dissection und laryngoskopische Biopsie zu vermeiden. Der G-BA hat mit seinen Beschlussfassungen am 16. März in Berlin die Leistungserbringung zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung in der ambulanten Versorgung ermöglicht und für die Behandlung im Krankenhaus bestätigt.

„Mit einer PET/CT kann bei Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren oder mit unbekannten Primärtumorsyndromen des Kopf-Hals-Bereichs entschieden werden, ob ggf. eine weiträumige Entfernung der Lymphknoten vermieden werden kann und den Betroffenen damit erhebliche Belastungen erspart werden können“, so Dr. Harald Deisler, unparteiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzender des Unterausschusses Methodenbewertung. „Zudem kann die therapierelevante Abklärung eines Rezidivverdachts bei Kehlkopfkrebs durch die Bildgebung der PET/CT erfolgen, Patientinnen und Patienten bleibt eine Gewebeentnahme am Kehlkopf erspart.“

Eine Neck Dissection stellt einen invasiven Eingriff dar, der in Vollnarkose durchgeführt wird und der für den Patienten auch deshalb sehr belastend ist, weil er in Abhängigkeit vom Umfang der Operation (Ausmaß der Lymphknotenausräumung) einen dauerhaften Funktionsverlust und schwerwiegende Komplikationen bedingen kann.  

Bei einer laryngoskopischen Biopsie wird, ebenfalls in Vollnarkose, mit Hilfe eines starren Endoskops eine Gewebeprobe vom Kehlkopf entnommen; ein Eingriff, der nicht nur aufgrund der Anästhesierisiken im Vergleich zur PET/CT deutlich risikobehafteter ist.

Die Positronenemissionstomographie (PET) ist ein bildgebendes diagnostisches Verfahren der Nuklearmedizin, mit dem Funktion, Stoffwechsel und biochemische Prozesse von Organen dargestellt werden können, die mit denen der Computertomographie (CT) fusioniert werden (PET/CT).

Die Beschlüsse zur Änderung der Richtlinie Methoden Krankenhausbehandlung und der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung werden dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt und treten nach Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft.
 

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