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AOK bemängelt Herzinfarkt-Versorgung:

Viele Patienten in Kliniken mit Ausstattungsmängeln

19.05.2017
Foto: © Robert Kneschke - fotolia.com

22.000 Patienten mit Herzinfarkt werden laut AOK jedes Jahr in mangelhaft ausgestatteten Krankenhäusern behandelt.

Die Betroffenen seien zuletzt in einem Jahr in jenen 40 Prozent der Kliniken behandelt worden, die nicht über Herzkatheterlabore verfügten, sagte AOK-Chef Martin Litsch am Donnerstag in Berlin unter Berufung auf eine wissenschaftliche Erhebung. In solchen Laboren werden die Herzkranzgefäße genau untersucht. 
 
Laut Litsch ist das nur ein Beispiel von vielen für mangelnde Qualität deutscher Krankenhäuser. Litsch stellte der jüngsten Klinikreform von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in dem Punkt ein schlechtes Zeugnis aus: «Das erklärte Ziel des qualitätsorientierten Umbaus ist noch nicht so richtig in Fahrt gekommen.» Vor allem behandelten noch viel zu oft Krankenhäuser mit vergleichsweise wenig Erfahrung in bestimmten Bereichen entsprechende Patienten.
 
Gröhe versicherte auf dem von der AOK veranstalteten Kongress: «Wir wollen die Qualität weiter vorantreiben.» Er verwies ebenso wie der AOK-Chef darauf, dass ein weiteres Ziel der Reform erreicht worden sei - nämlich mehr Geld für die Krankenhäuser. Die Klinikträger ihrerseits beurteilten Licht und Schatten der Reform anders, meinte Gröhe, ihnen reichten tendenziell die finanziellen Mittel nicht.
 
Gröhe wollte mit seinem 2016 in Kraft getretenen Krankenhausstrukturgesetz Qualität zum Kriterium bei der Krankenhausplanung machen. Doch die für diese Planung zuständigen Länder, so der AOK-Chef, weigerten sich, das umzusetzen. (dpa)
 

Foto: © Robert Kneschke - fotolia.com