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Neue Heisenberg-Professur in Aachen

Präventive und Translationale Nephrologie

29.03.2017
Illustration: © London_England, Fotolia.com
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Zum April 2017 wird im Rahmen des Exzellenzprogramms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine W2 Heisenberg-Professur für Prof. Dr. med. Marcus J. Möller eingerichtet.

Die Forschungs-Professur ist in der Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, rheumatologische und immunologische Erkrankungen an der Uniklinik RWTH Aachen (Klinikdirektor: Univ.-Prof. Dr. med. Jürgen Floege) angesiedelt. Thematisch wird sich die Professur mit den Mechanismen befassen, die zu einem akuten oder chronischen Verlust der Nierenfunktion führen.

In den Ländern der westlichen Welt weisen circa fünf Prozent der Bevölkerung eine höhergradige Nierenfunktionsstörung auf. Eine mögliche Folge ist die Dialysepflicht und das damit einhergehende stark erhöhte Herz-Kreislaufrisiko, das beispielsweise zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen kann. „In den meisten Fällen sind die modernen Lebensumstände der Auslöser für den Verlust der Nierenfunktion. Bewegungsmangel und Fehlernährung führen zu Fettleibigkeit, Bluthochdruck und Diabetes. Ein weiterer Grund für eine Niereninsuffizienz sind Immunerkrankungen der Nieren (Glomerulonephritis) und genetische Ursachen“, sagt Prof. Marcus Möller. Diese Themen werden in der Grundlagenforschung von der Arbeitsgruppe Möller mit einem breiten methodischen Spektrum bearbeitet und finden international hohe Beachtung.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Nierenvernarbung (fokal segmentale Glomerulosklerose, kurz FSGS) und dem Bluthochdruck. Prof. Möller ist Koordinator eines nationalen Forschungsverbunds des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „STOP-FSGS“ und Vorstandsmitglied im Sonderforschungsbereich TRR57 „Organfibrose“ Aachen/Bonn. Der Mediziner leitet zudem die Glomerulonephritis-Sprechstunde, an die sich Patienten mit glomerulären Nierenerkrankungen auch überregional mit einer Überweisung ihres Arztes wenden können. Besondere Schwerpunkte dieser Ambulanz sind die FSGS, minimal-change Glomerulonephritis, die IgA-Nephropathie, die membranöse Glomerulonephritis sowie andere glomeruläre Erkrankungen. Da viele Nierenerkrankungen selten und ihre Diagnostik und Behandlung zum Teil komplex sind, ist Professor Möller Gründungsmitglied des Zentrums für Seltene Erkrankungen Aachen (ZSEA). 
 

Illustration: © London_England, Fotolia.com