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Honorarbeschluss

Neue Leistungen werden rückwirkend besser vergütet

26.06.2017
Foto: © zinkevych - Fotolia.com

Der Bewertungsausschuss (BA) hat eine Anpassung der Bewertung der psychotherapeutischen Sprechstunde sowie der Akutbehandlung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) beschlossen, und zwar rückwirkend zum 1. April 2017. Die neuen Leistungen werden nun genauso vergütet wie die Gebührenordnungspositionen der Richtlinien-Psychotherapie.

Der Bewertungsausschuss (BA), also das Verhandlungsgremium von KBV und GKV-Spitzenverband, hat rückwirkend zum 1. April 2017 eine Anpassung der Bewertung der psychotherapeutischen Sprechstunde sowie der Akutbehandlung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) beschlossen. Die neuen Leistungen werden nun genauso vergütet wie die Gebührenordnungspositionen der Richtlinien-Psychotherapie. Ursprünglich waren sie niedriger bewertet worden. Dagegen hatte die KBV vor dem Landessozialgericht Berlin-Brandenburg geklagt. „Diese Klage werden wir nun zurückziehen“, kündigte KBV-Chef Gassen an.
 
In ihrer Klage hatte die KBV angeführt, dass sich der Arbeits- und Organisationsaufwand in der Praxis durch die Einführung der neuen Leistungsangebote erhöht. Deshalb sei es nicht nachvollziehbar, dass diese schlechter bezahlt würden. Außerdem könne der ursprüngliche Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses (EBA), der durch den BA jetzt angepasst wurde, nicht gewährleisten, „dass die Psychotherapeuten bei der Annahme einer 36 Behandlungsstunden umfassenden Arbeitsleistung (Belastungsgrenze) ein insgesamt angemessenes Honorar erzielen“, so die KBV in ihrer Klageschrift.

Schließlich seien die neuen Leistungen nicht nur als Ergänzung, sondern als Alternativen zu den bisherigen Angeboten der Richtlinien-Psychotherapie anzusehen. Insofern müsse auch die Vergütung einheitlich geregelt sein. Weil der EBA dennoch von der Bewertung der Richtlinien-Psychotherapie abgewichen war, hatte die KBV die Entscheidung als willkürlich und nicht empirisch begründet kritisiert.
 
Im ursprünglichen Vergütungsbeschluss des EBA vom 29. März 2017, der gegen die Stimmen der KBV gefallen war, waren für die Sprechstunde sowie für die Akutbehandlung bei einer Dauer von mindestens 25 Minuten 42,75 Euro, bei 50 Minuten 85,50 Euro vorgesehen. Das sind etwa 3,5 Prozent weniger als die Krankenkassen für die Richtlinien-Psychotherapie bezahlen. Jetzt erhalten die Vertragsärzte und -psychotherapeuten für eine Sitzung von mindestens 25 Minuten 44,33 Euro, bei einer Dauer von 50 Minuten 88,56 Euro. Das entspricht einer Therapiestunde im Rahmen der Richtlinien-Therapie.
 

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