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Universitätsklinikum Essen

Ausbau der neuroonkologischen Kompetenz

20.03.2017
Prof. Martin Glas, leiter der neu etablierten Abteilung für klinische Neuroonkologie. (Foto: UK Essen)

Das Universitätsklinikum Essen (UK Essen) stärkt seine Neuroonkologie: Unter der Leitung des Neurologen und Hirntumorspezialisten Prof. Martin Glas entsteht an der Klinik für Neurologie eine neue Abteilung für klinische Neuroonkologie. In den kommenden Monaten soll das Angebot für Hirntumorpatienten deutlich ausgebaut werden.

Unter der Leitung des Neurologen und Hirntumorspezialisten Prof. Martin Glas etabliert das Universitätsklinikum Essen (UK Essen) an der Klinik für Neurologie eine neue Abteilung für klinische Neuroonkologie. Ziel ist es, Patienten mit Hirntumoren die neuesten Therapieentwicklungen und Studien mit vielversprechenden Medikamenten anzubieten und spezifische neurologische Probleme der Hirntumorpatienten noch gezielter zu behandeln. Dazu ist geplant, die interdisziplinäre onkologische Zusammenarbeit insbesondere mit den Kliniken für Neurochirurgie, Strahlentherapie, Innere Medizin (Tumorforschung) und dem Westdeutschen Protonenzentrum auszubauen.

Durch die enge Kooperation mit Prof. Björn Scheffler, Leiter der DKFZ-Abteilung für Translationale Neuroonkologie am Westdeutschen Tumorzentrum, will Glas zudem zukunftsweisende Hirntumorforschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen mit modernster Patientenversorgung verbinden, um unter anderem die Behandlung von Patienten mit einem Glioblastom im Rahmen neuer Studien langfristig zu verbessern.
 
„Wir freuen uns, mit Martin Glas einen ausgewiesen Experten für die Behandlung und Erforschung von Hirntumoren für die Universitätsmedizin Essen gewonnen zu haben. Er gehört zu einem kleinen Kreis von Spezialisten in ganz Deutschland, die das breite Spektrum zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung in allen Bereichen abdecken und den Grundgedanken einer klinisch-translationalen Neuroonkologie beispielhaft verkörpern. Seine bisherigen Arbeiten haben nachhaltigen Einfluss auf das grundlegende Verständnis von Hirntumorerkrankungen gehabt und sind damit zum Teil bereits Bestandteil moderner Therapiekonzepte“, erklärte Prof. Jochen A. Werner, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Essen.

Mit der Einrichtung der neuen Abteilung soll am UK Essen auch das neuroonkologisches Leitbild „Hirntumorversorgung aus einer Hand“ weiter ausgebaut werden: „Ziel ist es, jedem Hirntumorpatienten die bestmögliche Versorgung mit Hilfe der Behandlung durch ein interdisziplinäres Expertenteam zu ermöglichen. Im Vordergrund steht hier die Zusammenarbeit mit Spezialisten der Kliniken für Neurochirurgie, Neurologie, Innere Klinik (Tumorforschung), Strahlentherapie und dem Westdeutschen Protonentherapiezentrum (WPE), aber auch mit der DKFZ-Abteilung für Translationale Neuroonkologie am WTZ, die deutschlandweit nahezu einmalig ist. „Zukünftig sollen hier besonders Patienten mit Hirntumoren und auch Hirnmetastasen mitbehandelt werden. Tumoren des zentralen Nervensystem bedürfen einer speziellen onkoneurologischen Expertise“, erklärte Glas, der seit 1. Januar als neuer Leiter der Abteilung Klinische Neuroonkologie fungiert. „Zunächst wollen wir deshalb unser ambulantes Angebot und unsere Sprechstunden ausbauen, damit wir mehr Patientinnen und Patienten helfen können. Mittelfristig ist zudem geplant, eigene Räumlichkeiten und Betten für die spezialisierte ambulante und stationäre Therapie der Patientinnen und Patienten einzurichten, damit diese einen zentralen Anlaufpunkt haben“, führt Glas weiter aus.
 
Auch im Bereich der Forschung plant er in Zusammenarbeit mit Prof. Björn Scheffler, Professor für Translationale Onkologie mit Schwerpunkt Neuroonkologie an der Medizinischen Fakultät, die Weiterentwicklung vorhandener Methoden und Therapien: „Für die Behandlung von Hirntumorpatienten gibt es derzeit wenig etablierte Standardtherapien. Innovative klinische Studien sind hier von größter Wichtigkeit, um das experimentelle Therapieportfolio für Hirntumorpatienten am UK Essen nachhaltig auszubauen. Am UK Essen und insbesondere am WTZ sind die Voraussetzungen für den Ausbau der Studienaktivitäten durch Einbindung in das DKTK und durch eine professionelle Infrastruktur hervorragend. Hier wollen wir zum Beispiel durch die enge Interaktion der Klinischen Neuroonkologie mit den translationalen DKTK-Professuren der Medizinischen Fakultät mittelfristig eigene innovative Hirntumor-Therapien und Biomarker entwickeln. Erste Ergebnisse erwartet Glas voraussichtlich noch in diesem Jahr.
 

Prof. Martin Glas, leiter der neu etablierten Abteilung für klinische Neuroonkologie. (Foto: UK Essen)