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Schlafstörungen

Schlechtem Schlaf mehr Beachtung schenken

20.03.2017
Foto: © Gina Sanders - Fotolia.com

Fast jeder zehnte Erwerbstätige leidet aktuell unter Insomnie, wie der jüngste Gesundheitsreport der DAK berichtet. Die DGPPN mahnt, Schlafstörungen in der medizinischen Versorgung mehr Bedeutung zuzumessen.

Der vergangene Woche in Berlin vorgestellte DAK-Gesundheitsreport machte auf ein unterschätztes Gesundheitsproblem in Deutschland aufmerksam: Fast jeder zehnte Erwerbstätige leidet aktuell unter Insomnie. Dazu erklärte DGPPN-Präsident Prof. Arno Deister:„Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie wichtig Schlaf für die Gesundheit ist. Sie lassen ihren Schlafrhythmus von äußeren Faktoren beeinflussen und achten zu wenig auf die eigenen Bedürfnisse. Auch in der medizinischen Versorgung findet das Thema Schlaf zu wenig Beachtung. Im Klinik- und Praxisalltag werden schlafbezogene Beschwerden nicht immer routinemäßig abgefragt. Dabei können sich Schlafstörungen ganz erheblich auf die psychische oder körperliche Gesundheit auswirken."

Dabei sei bereits bekannt, dass Schlafstörungen nicht nur Vorboten oder Begleitsymptome psychischer Erkrankungen seien, sondern auch einen Risikofaktor für Neuerkrankungen darstellen. Bei fast allen Krankheitsbildern könnten Ein- und Durchschlafstörungen oder Tagesmüdigkeit auftreten. Ganz besonders häufig betroffen seien Patienten mit Depressionen. Aber auch Angststörungen, Demenzen und Abhängigkeitserkrankungen gingen oft mit Insomnien einher, erklärte Deister. Gleichzeitig gefährdeten chronische Schlafstörungen auch die körperliche Gesundheit und beeinflussten den Glukosemetabolismus negativ.

"Die Daten des DAK-Gesundheitsreports zeigen, dass Schlafstörungen in der Bevölkerung und im Gesundheitswesen unterschätzt werden. Information und Aufklärung über Schlafstörungen und Risikofaktoren müssen einen noch größeren Stellenwert erhalten. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass sich die körperlichen und psychischen Ursachen von Schlafstörungen wirksam behandeln lassen und sie sich an ihren Arzt wenden können. Nach einer umfassenden Beratung lässt sich der Weg zu einem besseren und erholsameren Schlaf in vielen Fällen mit einfachen Maßnahmen selbst bereiten", erklärte der Präsident der DGPPN.

Gleichzeitig müssten auch die an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen noch konsequenter mögliche Schlafstörungen abklären. Würden diese frühzeitig erkannt und ihre Ursachen gezielt behandelt, ließen sich unter Umständen lange Krankheitsverläufe verhindern. Angesichts der erneuten Zunahmen der Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen müsste dem Thema in der Gesellschaft eine größere Bedeutung beigemessen werden. "Ausreichender und qualitativ guter Schlaf ist kein Luxus, sondern eine essenzielle Voraussetzung für körperliche und psychische Gesundheit", plädierte Deister.
 

Foto: © Gina Sanders - Fotolia.com