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Grundstein aus Lithiumerz

Schlosspark-Klinik baut psychiatrisches Bettenhaus

27.04.2017
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bei der Grundsteinlegung für das neue psychiatrische Bettenhaus der Schlosspark-Klinik in Berlin-Charlottenburg (Foto: © Stefanie Hoevermann)

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe selbst hat den Grundstein für den Neubau eines psychiatrischen Bettenhauses der Schlosspark-Klinik in Berlin-Charlottenburg gelegt.

Auf fünf Etagen entstehen 110 Plätze in Ein- oder Zweibettzimmern. Es wird das erste Berliner Krankenhaus mit einem Dachgarten exklusiv für psychiatrische Patienten. Der Grundstein des Gebäudes ist ein Lithiumerz. Es ist das älteste Element, das bei der Behandlung von manisch-depressiven Erkrankungen eingesetzt wird. Das Bettenhaus mit Therapieräumen im Erdgeschoss soll Anfang 2019 übergeben werden. Die Baukosten betragen 24 Millionen Euro.
 
Die Gesundheitspolitik hat die Versorgung von psychiatrischen Patienten im Blick und arbeitet an der Weiterentwicklung eines Versorgungssystems, das auch der Schwere von psychiatrischen Erkrankungen gerecht wird. Sie sollen künftig stärker in die Budgetverhandlungen der Krankenhäuser einfließen. „Bundesgesundheitsminister Gröhe spricht sich für einen größeren Stellenwert der seelischen Gesundheit in unserem Gesundheitswesen aus. „Mit diesem Neubau wird jetzt in die Zukunft investiert“, lobte Gröhe. Denn seelische Erkrankungen beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität, sondern führen durch Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung auch zu einem volkswirtschaftlichen Schaden. „Wir arbeiten weiter daran, dass Menschen mit einer seelischen Erkrankung nicht ausgegrenzt werden. Deshalb ist es ein gutes Zeichen, wenn mehr Hilfsangebote in Anspruch genommen werden.“
 
Die Schlosspark-Klinik setzt mit dem Neubau ihren Kurs in der Versorgung von psychiatrischen Patienten fort. Schon bei ihrer Gründung 1970 wurde die psychiatrische Abteilung in das Allgemeinkrankenhaus wie selbstverständlich integriert. „Heute profitieren die psychiatrischen Patienten zuerst vom Neubau und der damit verbundenen deutlichen Verbesserung der Unterbringungsqualität. Das ist in unserem Hause nur konsequent und fördert die Akzeptanz und Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen“, erklärte Prof. Tom Bschor, Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie.
 
David Wegmüller, Abteilungsleiter in der Pflege für die psychiatrischen Stationen, schätzt das gelebte Normalitätsprinzip in der Schlosspark-Klinik. Durch die gemeinsame Nutzung von Strukturen und den Austausch mit Kollegen in der somatischen Pflege werden Brücken über die Fachbereiche hinweg gebaut. „Im Sinne der generalistischen Pflegeausbildung bilden wir ab Oktober 2017 erstmals selbst zehn Pflegeschüler aus, die dann alle Bereiche unseres Krankenhauses durchlaufen."
 

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bei der Grundsteinlegung für das neue psychiatrische Bettenhaus der Schlosspark-Klinik in Berlin-Charlottenburg (Foto: © Stefanie Hoevermann)