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Universitätsklinikum Dresden

Stroke Unit zertifiziert

03.04.2017
Das aus Mitarbeitern des ärztlichen und pflegerischen Dienstes sowie aus Therapeuten und weiteren Berufen bestehende Team der zertifizierten Stroke Unit. Foto: Uniklinikum Dresden/Holger Ostermeyer

Die Schlaganfallstation der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden ist als überregionale Stroke Unit zertifiziert worden.

Die Schlaganfallstation der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden erfüllt die gemeinsamen Vorgaben der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) als überregionale Stroke Unit. Die dazu Anfang des Jahres abgeschlossene Zertifizierung des Qualitätsmanagement-Systems weist die Klinik als „Überregionale Stroke Unit mit acht Betten“ aus.

Mit dem überregionalen Schlaganfallnetzwerk SOS-NET und dem Nachsorgeprojekt „SOS-Care – Hilfe nach Schlaganfall“ bietet das Universitätsklinikum eine breite Palette an Versorgungsangeboten. Ein besonderes Augenmerk der Zertifizierung liegt auf der Zusammenarbeit der Neurologen mit den Experten des Instituts für Neuroradiologie, die die mechanische Thrombektomie ermöglicht. Im Uniklinikum arbeiten sechs auf diese Therapie spezialisierte Neuroradiologen.

„Die erfolgreiche Zertifizierung bestätigt uns, dass sich die Arbeitsabläufe und Strukturen der Versorgung von Schlaganfallpatienten in unserer Klinik auf dem qualitativ höchsten Level bewegen. Erst auf dieser Basis können die beiden wegweisenden SOS-Projekte der Akutversorgung sowie der Nachsorge volle Wirkung entwickeln“, erklärte Prof. Heinz Reichmann, Direktor der Klinik für Neurologie. „Es ist unser Ziel, den Schlaganfallpatienten eine rasche Diagnostik zu bieten, um die optimale Therapie festlegen zu können. Während des Aufenthalts in der Stroke Unit, die in der Regel ein bis drei Tage dauert, wird der Patient intensiv überwacht, um möglichst frühzeitig eine Verschlechterung des Zustandes zu erkennen und Komplikationen zu vermeiden“, erklärt PD Dr. Volker Pütz, Oberarzt und Leiter der Stroke Unit die Arbeit der Spezialstation.

Immer mehr Patienten der Region werden ins Uniklinikum verlegt

Das vor zehn Jahren etablierte SOS-NET – Schlaganfallversorgung Ost-Sachsen Netzwerk – stellt die telemedizinische Beratung für Schlaganfallpatienten in der Region Ostsachsen sicher. Rund um die Uhr können Ärzte der insgesamt 13 angeschlossenen ostsächsischen Krankenhäuser Rat bei den Schlaganfallspezialisten der Klinik für Neurologie einholen. Dazu kommunizieren die Ärzte mit dem Patienten über eine Webcam. Sie beurteilen den klinischen Befund und beurteilen die CT- oder MRT-Aufnahmen des Gehirns, um die optimale Therapie der Patienten abzustimmen.

Die Nachfrage dieser Konsile ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. 2015 waren es 822 Patienten – 151 Mal wurden daraufhin Patienten ins Universitätsklinikum verlegt, damit sie hier eine spezifische Therapie erhalten. Im vergangenen Jahr zählten die Dresdner Spezialisten 912 Konsile mit 200 Verlegungen. Ein Grund für die steigenden Zahlen ist die Zunahme von Thrombektomien: Während die Lyse, die Auflösung eines den Schlaganfall auslösenden Blutgerinnsels durch ein Medikament, in der Regel im Krankenhaus vor Ort vorgenommen wird, bleibt der Kathetereingriff im Gehirn den darauf spezialisierten Neuroradiologen vorbehalten. 2015 wurde im Uniklinikum bei 79 Patienten dieser Eingriff vorgenommen; im vergangenen Jahr konnten 117 Patienten akut mittels mechanischer Thrombektomie behandelt werden.
 

Das aus Mitarbeitern des ärztlichen und pflegerischen Dienstes sowie aus Therapeuten und weiteren Berufen bestehende Team der zertifizierten Stroke Unit. Foto: Uniklinikum Dresden/Holger Ostermeyer