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Susac-Syndrom

Neue Diagnosekriterien

17.03.2017
Foto: © Tyler Olson - Fotolia.com

Wissenschaftler der Universitätskliniken in Düsseldorf, Münster und Berlin haben erstmalig eigene Diagnosekriterien für das seltene Susac-Syndrom (SuS) vorgestellt. Damit soll die Diagnose der seltenen und viele Organe betreffenden Autoimmunerkrankung erleichtert und beschleunigt werden.

Das Susac-Syndrom zählt zu den sogenannten seltenen Erkrankungen, d.h. es tritt bei weniger als fünf von 10.000 Menschen auf. Typische Symptome sind neurologische Einschränkungen (u.a. Wesensänderungen, psychiatrische Auffälligkeiten oder Halluzinationen), Sehstörungen und Gesichtsfeldausfälle sowie Hörminderungen, Tinnitus und Schwindel. Da diese Symptome nur bei etwa zehn bis fünfzehn Prozent der Betroffenen gleichzeitig zu Beginn der Erkrankung auftreten und äußerst subtil ausfallen können, wird die richtige Diagnose häufig erst sehr spät gestellt. Eine Therapie kann dadurch nur verzögert gestartet werden: Langfristige Schädigungen und neurologische Ausfälle, wie Seh- und Hörstörungen oder Lähmungen, sind dann oft nicht mehr vermeidbar.

Die Neurologen Dr. Ilka Kleffner und Prof. Thomas Duning aus der Uniklinik in Münster, PD Dr. Jan Dörr aus der Charité in Berlin und PD Dr. Marius Ringelstein aus der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Düsseldorf haben anhand einer detaillierten Analyse der eigenen Susac-Patienten neue Kriterien erarbeitet, die es Kollegen einfacher machen sollen, die Krankheit frühzeitig zu erkennen.

Drei klinische Kernsymptome stehen bei dem Diagnoseverfahren im Vordergrund: Eine Beteiligung des Gehirns sowie Einschränkungen der Seh- und Hörfähigkeit. "Mithilfe dieser neuen, zukunftsorientierten Diagnosekriterien glauben wir, die Diagnose eines Susac-Syndroms früher und sicherer stellen zu können, um so eine effektive Behandlung einleiten zu können", sagte Ringelstein. "Die Kriterien sind klar strukturiert, einfach anwendbar und sollen auch Ärzten, die wenig Erfahrung mit der SuS-Erkrankung haben, die Diagnosestellung erleichtern".
 

Foto: © Tyler Olson - Fotolia.com