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Neurowissenschaftlerin ausgezeichnet

Marta Zlatic erhält Preis der Hertie-Stiftung

16.03.2017
Preisträgerin Marta Zlatic. Foto: © Matt Staley, Janelia Research Campus

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung und die Federation of European Neuroscience Societies (FENS) vergeben ihren Preis für neurowissenschaftliche Nachwuchsforschung an Dr. Marta Zlatic für ihre Beiträge zur Erforschung von Entscheidungsprozessen im Gehirn.

Zum fünften Mal verleiht die Hertie-Stiftung in Kooperation mit der FENS den mit 100.000 Euro dotierten „Eric Kandel Young Neuroscientists Prize" mit dem sie herausragende Nachwuchswissenschaftler für ihre Leistungen auszeichnen und zum Fortkommen in ihrer Forscherlaufbahn befähigen will. Dr. Marta Zlatic forscht am Janelia Research Campus des renommierten Howard Hughes Medical Institute in den USA sowie an der Cambrige University in Großbritannien.

Ausgezeichnet wird sie für ihre Beiträge zum Verständnis neuronaler Grundlagen der Entscheidungsfindung im Gehirn von Tieren: Alle Lebewesen treffen ununterbrochen Entscheidungen, das Nervensystem steuert überlebenswichtige Verhaltensweisen, zum Beispiel Flucht oder Verteidigung. Zlatic untersucht die Entstehung von Neigungen zu verschiedenen Verhaltensweisen, die Auswahl einer spezifischen Verhaltensweise sowie deren abschließende Erfolgsbewertung.

Mit ihrer Forschergruppe entdeckte Marta Zlatic am Nervensystem von Drosophila-Larven u.a. Verschaltungsmechanismen zwischen konkurrierenden Neuronen, die zum Wettstreit zwischen verschiedenen Verhaltensoptionen anregen beziehungsweise andere ausblenden. Ferner entdeckte sie Prozesse, wie das Nervensystem verschiedene Sinneseindrücke kombiniert, um für zukünftige Entscheidungen zu lernen.

Herausragend an der Arbeit von Marta Zlatic war dabei die Kombination verschiedener hochmoderner Methoden. Das Gehirn der Fliegenlarven ist weniger komplex als das von Säugetieren und lässt sich dadurch besser nachvollziehen. Da grundsätzliche neuronale Abläufe im Gehirn von Insekten und Menschen ähnlich sind, ebnen ihre Studien den Weg für die weitere Erforschung auch des menschlichen Gehirns.

Das Preisgeld des „Eric Kandel Young Neuroscientists Prize" gliedert sich in zwei Teile: 50.000 Euro können von dem Preisträger frei und persönlich verwendet werden, bis zu 50.000 Euro sind darüber hinaus für den Aufbau eines Kooperationsverhältnisses vorgesehen. Durch die Zusammenarbeit mit einem international anerkannten Neurowissenschaftler wird die Preisträgerin weiter in ihrer Laufbahn gefördert. Der Preis wird in Kooperation mit dem europäischen Dachverband der nationalen neurowissenschaftlichen Gesellschaften FENS ausgeschrieben und ist nach dem amerikanischen Nobelpreisträger Prof. Dr. Eric Kandel benannt, der einer der bekanntesten lebenden Hirnforscher ist. Der an der Columbia University in New York tätige Neurowissenschaftler wird den Preis im Rahmen der Verleihungsfeier am 6. Juni in Frankfurt persönlich übergeben. Die Auszeichnung steht unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka.
 

Preisträgerin Marta Zlatic. Foto: © Matt Staley, Janelia Research Campus