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Umfrage des Hartmannbundes

"Strukturierte Weiterbildung nicht die Norm"

08.03.2017
Quelle: www.hartmannbund.de/umfrage_aerztliche-arbeitswelten-heute-und-morgen

Der Hartmannbund sieht aufgrund weiterhin deutlicher Defizite in der Weiterbildung vor allem die Landesärztekammern stärker in der Pflicht.

„Junge Ärztinnen und Ärzte müssen von ihrer Standesvertretung bei der Durchführung ihrer Weiterbildung die entsprechende Unterstützung erwarten dürfen“, forderte Klaus-Peter Schaps, Vorsitzender des Arbeitskreises Aus- und Weiterbildung im Hartmannbund, angesichts der Ergebnisse der Umfrage „Ärztliches Arbeiten. Heute. Und Morgen.“, die der Verband diesen Winter unter seinen Mitgliedern durchgeführt hat.*  Demnach ist eine strukturierte Weiterbildung mit definierten Jahreszielen für rund drei Viertel der Befragten nicht die Norm – obwohl die Weiterbildungsordnungen dies nun schon seit Jahrzehnten vorsähen.

„Bereits unsere früheren Umfragen 2012 und 2014 deckten hier große Mängel auf“, erläuterte Schaps die Ergebnisse. „Auch damals gaben 80 Prozent der Befragten an, keine Weiterbildungspläne erhalten zu haben – ein Prozentsatz, den die aktuelle Erhebung leider erneut bestätigt.“ Schaps fordert die Ärztekammern daher auf, für die in den Weiterbildungsordnungen fixierten und somit offenbar zur Sicherung der Qualität notwendigen Vorgaben – Weiterbildungspläne, regelmäßige Gespräche der Weiterbilder mit den sich weiterbildenden Ärztinnen und Ärzten – sinnvolle Prüfinstrumente zu entwickeln.

„Es ist klar, dass ärztliche Weiterbildung im Rahmen ärztlicher Berufstätigkeit stattfindet, ein training-on-the-job ist, in dessen Rahmen aber die Abhängigkeit aller beteiligten Ärzte vom jeweiligen Arbeitgeber und dessen unternehmerischen Vorgaben immer eine große Rolle spielt“, so Schaps. Kliniken aber, die ihre Weiterbildungsermächtigungen nicht als Verpflichtung gegenüber den jungen Ärztinnen und Ärzten begriffen und sie stattdessen vorrangig für die Aufrechterhaltung des Krankenhausbetriebes einsetzen würden, dürften die Ermächtigungen nicht ohne Weiteres behalten.

* Anm. d. Red.: An der Umfrage, die im Zeitraum Dezember 2016 bis Januar 2017 stattfand, haben nach Angaben des HB mehr als 1300 junge Ärztinnen und Ärzte teilgenommen. Die Daten wurden Anfang März veröffentlicht.

Link zur HB-Umfrage:  www.hartmannbund.de/umfrage_aerztliche-arbeitswelten-heute-und-morgen
 

Quelle: www.hartmannbund.de/umfrage_aerztliche-arbeitswelten-heute-und-morgen