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75. Bayerischer Ärztetag

Wie "tickt" die junge Ärztegeneration?

21.10.2016
Illustration: © gustavofrazao - Fotolia.com

Bei der Auftaktveranstaltung des 75. Bayerischen Ärztetages, der vom 21. bis 23. Oktober in Schweinfurt stattfindet, dreht sich alles um die „Generation Y“.

Die Keynote mit dem Titel „So tickt die junge Generation“ wird von dem Jugendforscher Prof.  Klaus Hurrelmann, Hertie School of Governance, Berlin, gehalten.
Auch Dr. Max Kaplan, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK), geht bei der Ärztetagseröffnung auf dieses Zukunftsthema ein: „Wir müssen weiter daran arbeiten, die Attraktivität des Arztberufes zu erhöhen, um junge Menschen für den Arztberuf und die Patientenversorgung zu begeistern“, so Kaplan. Zwar erhöhe sich die Zahl der Ärztinnen und Ärzte in Bayern jedes Jahr etwas (2015 zu 2016 von 79.115 auf 81.017, + 2,4%), doch steige der medizinische Versorgungsbedarf sehr viel rasanter an.

Um die medizinische Versorgung auch in der Zukunft flächendeckend zu sichern, so Kaplan weiter, sollten der Zugang zum Studium neu geregelt werden, mehr Praxisnähe im Studium geboten werden sowie eine Stärkung der Allgemeinmedizin erfolgen. „Die demographische Entwicklung und sich verändernde gesellschaftliche Rahmenbedingungen, zum Beispiel Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mehr Wunsch nach Teamarbeit, flache Hierarchien und Flexibilität, die unsere ‚Generation Y‘ auch erwartet, zeigen schon heute, dass ein Umdenken nötig ist und dass wir unser Arztbild aktualisieren müssen unter Berücksichtigung versorgungsrelevanter Aspekte und unter Einbeziehung der neuen Informations- und Kommunikationsmedien“, sagt Bayerns Ärztechef.
 
Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml betonte in ihrem Grußwort: „Bei Gesundheitsfragen sind unsere Haus- und Fachärzte die ersten Ansprechpartner. Damit sind sie der Dreh- und Angelpunkt der medizinischen Versorgung. Mein Ziel ist es, dass sich  möglichst viele junge Mediziner für den ländlichen Raum entscheiden. Deshalb brauchen wir Rahmenbedingungen, unter denen junge Ärzte und ihre Familien auf dem Land gut leben und arbeiten können."
Huml fügte hinzu, das Programm zum Erhalt und zur Verbesserung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum sei bereits sehr erfolgreich. So hätten bisher 285 neue Arztpraxen gefördert werden können. Ferner erhielten 112 Medizinstudierende Stipendien, wenn sie sich bereit erklärten, im ländlichen Raum tätig zu werden. Die Ministerin unterstrich: „Die Weichen für die berufliche Zukunft des Ärztenachwuchses werden an den Universitäten gestellt. Deswegen setze ich mich für angemessen ausgestattete Lehrstühle für Allgemeinmedizin an jeder medizinischen Fakultät in Bayern ein. Wir brauchen zudem bessere Auswahlkriterien für den Zugang zum Medizinstudium. Die Abiturnote allein kann nicht das entscheidende Kriterium sein.“
 
Der Bayerische Ärztetag ist die Delegiertenversammlung der BLÄK. Die 63 Ärztlichen Kreisverbände und die acht Ärztlichen Bezirksverbände sowie die medizinischen Fakultäten der fünf Landesuniversitäten entsenden insgesamt 180 Delegierte zu der mindestens einmal im Jahr tagenden Versammlung.
 

Illustration: © gustavofrazao - Fotolia.com