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Belegabteilungen

OcuNet: "Ausdünnung droht"

17.02.2017
Foto: © OcuNet Gruppe

Die belegärztliche Versorgung von Patienten droht nach Einschätzung der OcuNet Gruppe weiter ausgedünnt zu werden. OcuNet ist ein Zusammenschluss von augenmedizinischen Zentren mit angeschlossenen Belegabteilungen.

Grund für die von OcuNet befürchtete Entwicklung, so heißt es, seien Neukalkulationen der Leistungsvergütung für den stationären Bereich - bei den Diagnosebezogenen Fallgruppen (DRG). Diese Neukalkulationen hätten negative Konsequenzen im Hinblick auf die Honorierung belegärztlicher augenärztlicher Leistungen für Krankenhäuser – "ohne dass dies an sich gewollt wäre", betont OcuNet und erklärt, dass zum 1. Januar dieses Jahres die Sachkostenanteile aller DRG um 5,75 Prozent abgewertet worden seien.

"Damit wurde eine Vorgabe im Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) von Ende 2015 umgesetzt. Anlass war die Überzeugung des Gesetzgebers, die Sachkosten seien teilweise zu hoch angesetzt. Gleichzeitig wurden die Infrastruktur- und Personalkostenanteile in den DRG pauschal um 1,3 Prozent aufgewertet. Unter dem Strich ändert sich dadurch in der Summe aller DRG nichts. Doch die Veränderungen in einzelnen Bereichen können erheblich sein", erläutert OcuNet den Hintergrund. Das betreffe zum einen alle Fälle, in denen relativ hohe Sachkosten anfielen und die nun pauschal deutlich abgewertet würden. Zum anderen seien sämtliche Belegabteilungen die Verlierer. "Denn jede belegärztliche DRG setzt sich im Wesentlichen aus Sachkosten und Pflegepersonalkosten zusammen", betont die Gruppe. Der wichtige Kostenfaktor des behandelnden belegärztlichen Facharztes sei nicht eingerechnet. Belegärzte seien dem ambulanten Versorgungsbereich zugeordnet und würden deshalb für ihre belegärztliche Tätigkeit von den Kassenärztlichen Vereinigungen vergütet.

Für Krankenhäuser bedeutet die Änderung der Kalkulationssystematik nach Angaben von OcuNet, dass deren Belegabteilungen seit Jahresbeginn zwar Abschläge für Sachkosten hinnehmen müssten, sie aber nicht wie die Hauptabteilungen in vollem Umfang von den Aufwertungen der Personalkosten profitieren könnten. Denn die Arztkosten seien in belegärztlichen DRG – anders als in Hauptabteilungs-DRG – nicht enthalten. Dadurch komme es zu einer Umverteilung von DRG-Geldern – weg von den bisherigen ohnehin schon geringer bewerteten belegärztlichen DRG, hin zu den aktuellen Hauptabteilungs-DRG.

"Das zeigen auch die Entwicklungen der DRG-Bewertungsrelationen", führt OcuNet weiter aus. Während sie sich nach Berechnung der Gruppe über alle in Hauptabteilungen abrechenbaren und in den Leistungslegenden unveränderten DRG um 1,1 Prozent erhöht hätten, seien sie in Belegabteilungen nur um 0,6 Prozent gestiegen. Damit verlören belegärztliche DRG aus Sicht der Krankenhäuser an Attraktivität. "Dies trifft Belegärztinnen und Belegärzte, auch wenn
sich an ihrem Honorar nichts ändert", lautet das Fazit der Ocunet Gruppe.
 

Foto: © OcuNet Gruppe