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AAD 2017

Dem schleichenden Dieb des Sehens auf der Spur

17.03.2017
Prof. Esther Hofffmann erläuterte, mit welchen modernen Bildgebungsverfahren "der schleichende Dieb des Sehens" - das Glaukom - "ertappt" werden kann. Foto: Kaualrd/Biermann Medizin

Frühzeitig erkannt, gibt es gute Therapiemöglichkeiten, das Fortschreiten eines Glaukoms zu stoppen. Aber wird es auch erkannt?

Die Augenärzte empfehlen zur Glaukom-Früherkennung regelmäßige ­Kontrollen ab dem 40. Lebensjahr – und stehen für den „Glaukom-IGeL“ ebenso regelmäßig in der öffentlichen Kritik von Kassen und Verbraucherschützern.

Noch bis zum 18. März findet aktuell die internationale Informationskampagne der „Welt-Glaukom-Woche“ http://www.wgweek.net/ statt, um das Bewusstsein für das Glaukom als Ursache vermeidbarer Blindheit zu stärken. Auch vor diesem Hintergrund ­stellte Prof. Esther Hoffmann (Mainz) die diversen Bildgebungsverfahren vor, die die DOG und der BVA bei okulärer Hypertension oder Glaukomverdacht/auffälliger Papillenexkavation empfehlen, wenngleich die Hightech-Verfahren HRT- und OCT-Diagnostik in der Regel von den Kassen nicht bezahlt werden.
Des Weiteren informierte Hoffmann, dass derzeit eine S2e-Leitlinie zur Bewertung von Risikofaktoren für das Auftreten eines Glaukoms in Vorbereitung sei, denn: „Früherkennung ist wichtig.“

Der 1. BVA-Vorsitzende Prof. Bernd Bertram stellte nochmals klar, dass der vom G-BA geforderte eindeutige Beleg für den Nutzen der Glaukomvorsorge nicht als Studie zu erbringen sei – müsste dann doch in unklaren Situationen bewusst auf eine mögliche Behandlung verzichtet werden.

Nationales Kinder-Glaukom-Register
Unklar ist die Situation in Deutschland derzeit auch im Bereich der Betreuung von Kindern mit kongenitalem Glaukom. Hoffman warb daher für die Mitwirkung beim Aufbau eines nationalen Kinder-Glaukom-Registers, um in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Augenärzten, Pädiatern, Humangenetikern Anästhesisten und der Glaukom-Selbsthilfe eine verbesserte Versorgung dieser Kinder zu erreichen. Ansprechpartner für das Kinder-Glaukom-Register ist das Kinder-Glaukomzentrum der Augenklinik Mainz.

Bei einem von zirka 12.500 Kindern entwickelt sich während der Schwangerschaft der Kammerwinkel nicht normal. Besteht der Verdacht auf ein angeborenes Glaukom, sind auch hier schnellstmöglich weitere Diagnostik und gegebenenfalls eine OP nötig, um Erblindung zu vermeiden.  (dk)        

 
 

Prof. Esther Hofffmann erläuterte, mit welchen modernen Bildgebungsverfahren "der schleichende Dieb des Sehens" - das Glaukom - "ertappt" werden kann. Foto: Kaualrd/Biermann Medizin