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iPSC-Technologie

Neuronale Schaltkreise aus Stammzellen

26.06.2017
Illustration neuronales Netz. Bild: © adri76 - Fotolia.com

Dr. Volker Busskamp vom Zentrum für Regenerative Therapien Dresden wird bei einer Veranstaltung, zu der das House of Pharma & Healthcare am Dienstag, 27. Juni, nach Marburg einlädt, über aktuelle Perspektiven und Herausforderungen der iPSC-Forschung sprechen.

Wie man spezialisierte Körperzellen in pluripotente Stammzellen zurückverwandeln kann, wurde 2006 entdeckt. Schon sechs Jahre später wurde diese Entdeckung mit einem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet. Denn solche induzierten pluripotenten Stammzellen (iPSC) eröffnen unerschlossene Horizonte für die Diagnostik und Therapie insbesondere degenerativer Erkrankungen. Deshalb zählt die Weiterentwicklung der iPSC-Technologie heute zu den dynamischsten Feldern der medizinischen Forschung.

Von besonderem Interesse ist die Frage, wie sich iPSC-Zellen am besten in gewünschte Körperzellen umprogrammieren lassen. Einen neurologisch außerordentlich bedeutenden Beitrag zu deren Beantwortung hat Dr. Volker Busskamp vom Zentrum für Regenerative Therapien Dresden geleistet. Bei dem Perspektivengespräch, zu dem das House of Pharma & Healthcare am Dienstag, 27. Juni, nach Marburg einlädt, wird er über aktuelle Perspektiven und Herausforderungen der iPSC-Forschung sprechen.

Busskamp und seinem Team ist es in ihrem Labor gelungen, aus iPS-Zellen, die menschlichem Bindegewebe entstammen, durch die Insertion von nur zwei Transkriptionsfaktoren innerhalb von vier Tagen bipolare Nervenzellen von bisher unerreichter Reinheit herzustellen. Solche Zellen sind elementare Bestandteile der Sinnesorgane. Werden sie im Reagenzglas zu künstlichen Schaltkreisen zusammengefügt, können sie der Forschung als Modelle neuronal verursachter Erkrankungen wie Alzheimer oder der Netzhautdegeneration Retinitis pigmentosa dienen. Gegen diese Erblindungskrankheit hat Busskamp bereits Gentherapien entwickelt, für die er in diesem Jahr mit dem Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstädter-Nachwuchspreis geehrt wurde.
Nun arbeitet Busskamp daran, die in der Neurogenese paradigmatisch erprobte Synthese von Bioinformatik und Stammzellforschung systematisch auf die Genese anderer Körperzellen auszudehnen. Wie weit der Weg zu erfolgreichen medizinischen Anwendungen noch ist, welche Hürden dabei zu überwinden und welche ethischen Aspekte dabei zu bedenken sind, wird er in seinem Vortrag thematisieren.

Das House of Pharma & Healthcare (http://www.houseofpharma.de/) verfolgt das Ziel, den Pharma-Kompetenzcluster Hessen weiterzuentwickeln und die Innovationslücke in der Arzneimittelentwicklung zu schließen. Zu diesem Zweck fördert es die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren der Gesundheits- und Pharmabranche in Deutschland und bietet ihnen eine neutrale Diskussionsplattform. Es wird geleitet von Professor Manfred Schubert-Zsilavecz (Goethe-Universität) und Professor Jochen Maas (Sanofi).

House of Pharma & Healthcare: Perspektivengespräch
Wann? Dienstag, 27. Juni 2017, 18:00 Uhr
Wo? Alte Aula – Alte Universität, Lahntor 3, 35037 Marburg
Referent? Dr. Volker Busskamp, Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD)
 

Illustration neuronales Netz. Bild: © adri76 - Fotolia.com